ManagementWie man Mitarbeiter demotiviert

Ein Mentor stellt die richtigen Fragen
Ein Mentor stellt die richtigen Fragen dpa

Irgendwo scheint es Managementkurse zur effektiven Entmutigung von Angestellten zu geben. Anders lässt sich die geballte Unfähigkeit zur Motivation häufig kaum erklären. Die Ursachen bilden das Spektrum menschlicher Unzulänglichkeiten ab. Manche Zeitgenossen sind derart von der eigenen Macht berauscht, dass sie ihre Angestellten mit Untergebenen oder austauschbaren Fronarbeitern verwechseln. Andere fühlen sich von der Führungsrolle überfordert und überkompensieren das mit demotivierendem Verhalten.

Es ist immer wieder verblüffend, wie sehr schlechte Chefs bereit sind, sich mit ihrer Unbelehrbarkeit letztlich selbst zu schaden. Vom mangelnden Respekt in der Belegschaft abgesehen: Demotivierte Mitarbeiter sind unproduktiv, häufig krank und wertvolle Fachkräfte suchen zwangsläufig das Weite. Beim neuen Arbeitgeber werden sie kein gutes Haar am alten Chef lassen, das ist sicher.

Dies sind fünf Methoden, mit denen Chefs Mitarbeiter zwangsläufig demotivieren.

#1 Hat keine Ahnung, was Sie tun

Ihren Namen kennt der Vorgesetzte schon mal. Toll. Aber was genau tun Sie eigentlich in der Firma? Nicht wenige Chefs sind sich nicht zu schade, diese Frage exakt in diesem Wortlaut zu stellen. Ob tatsächliche Ignoranz oder das Boss-Äquivalent zum Weitpinkeln dahintersteckt – egal. Wer sich so aufführt, signalisiert dem Mitarbeiter vor allem, dass dessen Arbeit nichts wert ist. Da stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Betroffene daraus die Lehre zieht „Leistung ist bei diesem Chef vergebene Liebesmüh“.

#2 Null Feedback

Auch ein selbstbewusster Angestellte braucht Feedback. Wer ständig im luftleeren Raum agiert, dem fehlt bei der Arbeit der Boden unter den Füßen. Andauernde Lobhudelei verlangt ja niemand. Aber eine knappe Anerkennung oder auch eine kurze Kritik nach einem wichtigen Projekt sollten das Mindeste sein, um den Mitarbeiter motiviert zu halten.

#3 Trampelt ewig auf Fehlern herum

Das extreme Gegenteil zur „Null Feedback“-Strategie ist ebenso verheerend. Einige Bosse untermauern ihre vermeintliche Überlegenheit, in dem sie Angestellten noch Ewigkeiten später Fehler vorhalten. Ehrensache, dass Verdienste selbstverständlich sofort vergessen werden.

#4 „Du machst das schon“

Apropos luftleerer Raum: Manche Chefs gefallen sich in der Rolle als Visionär. Die Umsetzung wird dann dem Fußvolk überlassen. Vielleicht, so mutmaßen die Angestellten, weiß der Vorgesetzte schlicht gar nicht, wie die Arbeit verrichtet wird? Übel ist es auch, wenn für die Realisierung hochtrabender Projekte die Ressourcen fehlen. Sie sollen plötzlich die Arbeit von drei Menschen übernehmen? Spätestens da wird das Lob „Du machst das schon“ zum Damoklesschwert.

#5 Keine Gehaltserhöhungen

Berufliche Beziehungen sind in den meisten Fällen betriebswirtschaftlicher Natur. Für beide Seiten muss die Rechnung stimmen. Dazu gehören bei guter Arbeit regelmäßige Gehalts- und Honorarsteigerungen – und sei es nur, um die Inflationsrate auszugleichen. Manche Chefs aber fangen bei vorsichtiger Nachfrage das große Wehklagen an oder schwenken die Undankbarkeitskeule. Dabei sind sie es, die sich als undankbar erweisen.