KarriereWarum ein Rauswurf die Karriere fördern kann

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Symbolbild JobwechselTumisu auf Pixabay

Eine Kündigung galt früher als Schandmal im beruflichen Lebenslauf. Sie signalisierte: Dieser Arbeitnehmer war überflüssig, ersetzbar, hat Fehler gemacht. Hinter dieser Einstellung steckt aber die altbackene Vorstellung vom Arbeitgeber als quasi unfehlbarem Wesen.

Tatsächlich stellen entlassene Fachkräfte nach dem ersten Schock überraschend oft irgendwann fest: Das Berufsleben geht nicht nur weiter, die Kündigung war sogar richtig gut für die Karriere.

18 Prozent der CEOs wurde entlassen

Die Management-Beratungsfirma ghSMART hat nach eigenen Angaben seit über zehn Jahren mehr als 2600 Manager der „C-Suite“ (CEO, CFO, COO etc.) nach ihren Karrierewegen befragt. 360 Führungskräfte wurden eingehender interviewt. Das Ergebnis: Fast jeder Fünfte (18 Prozent) wurden schon einmal entlassen. Nur 17 Prozent konnten die Kündigung unter Anfängerschicksal verbuchen, weil sie in den ersten zehn Jahren der Berufstätigkeit gefeuert wurden. Die große Mehrheit ereilte die Entlassung später in der Karriere.

Der Rauswurf hinterließ meist nur eine Delle im Lebenslauf. 68 Prozent der Betroffenen fanden binnen eines halben Jahres wieder einen Job, wie Elena Lytkina Botelho, BJ Wright und Kim Rosenkoetter Powell in der Harvard Business Review schilderten. Weitere 24 Prozent hatten ein Jahr nach der Kündigung eine neue Stelle. Die war in neun von zehn Fällen gleich gut oder sogar besser als die alte Position.

Selbstbewusst zu Fehlern stehen

Dieses positive Bild täuscht natürlich nicht darüber hinweg, dass tatsächlich auch mal schwere Fehler zu einer Entlassung führen. Hier ist es laut den Experten entscheidend, wie der Betroffene mit Versäumnissen umgeht.

Kandidaten, die im Vorstellungsgespräch Anderen die Schuld geben, mindern demnach ihre Chancen auf den neuen Job um ein Drittel. Das gelte zumindest für die Fälle, in denen ein externer Berater für eine Firma die Vorauswahl übernimmt.

Wer sich ohne falsche Scham zu früheren Fehltritten bekennt, hat laut der Studie in Bewerbungsgesprächen die Nase vorn. Sehr selbstbewusste Kandidaten hätten sogar eine zweieinhalbmal höhere Chance, den begehrten neuen Job zu ergattern und ihrer Karriere neuen Schub zu verleihen.