ManagementWie Chefs souverän mit Mitarbeiter-Fehlern umgehen können


Torsten Osthus ist Unternehmer und Autor. Sein Appell: Mehr Verantwortung für die Mitarbeiter. Wie das gelingen kann, beschreibt er in seinem Buch „Chefsache Empowerment“. Hier können Sie ihm auf Twitter folgenTorsten Osthus ist Unternehmer und Autor. Sein Appell: Mehr Verantwortung für die Mitarbeiter. Wie das gelingen kann, beschreibt er in seinem Buch „Chefsache Empowerment“. Hier können Sie ihm auf Twitter folgen


Sie haben die Verantwortung für eine Aufgabe auf Ihre Mitarbeiter übertragen und dann passiert er: der Fehler, der Ihren Kunden teuer zu stehen kommen könnte und gar das ganze Projekt gefährdet.

Und nun? Den Fehler einfach durchgehen lassen und so tun als wäre nichts gewesen, ist keine Option. Schließlich ist es Ihre Aufgabe als Führungskraft, dafür zu sorgen, dass der Mitarbeiter dafür Verantwortung übernimmt. Das Zepter wieder an sich reißen, um das Projekt zu retten und vor allem den Kunden zu halten, ist ebenfalls keine Lösung. Wenn Sie den Mitarbeiter vom Projekt abziehen, untergraben Sie Ihr Empowerment. In Zukunft würde er nie wieder Verantwortung übernehmen. Und um selbst ins Projekt einzusteigen und Händchen zu halten, fehlt Ihnen die Zeit. Was für ein Dilemma.

Trotzdem gibt es eine Möglichkeit, wie Sie es schaffen, dass Ihr Mitarbeiter weiter selbstverantwortlich arbeitet, motiviert bleibt, gute Ergebnisse abliefert und Ihnen den Rücken frei hält: Vermeiden Sie diese drei Fehler.

1. Schludrig delegieren

Ja, Führungskraft zu sein, kann schon ein ganz schön stressiger Job sein. Sie hetzen von Termin zu Termin, die Zahlen und die Kundenzufriedenheit sollen Sie im Blick haben, Ihre strategischen Überlegungen sind überdies gefragt. Glücklicherweise haben Sie Mitarbeiter, die Ihnen im Operativen den Rücken freihalten. Also schnell zu Max Schmidt ins Büro, ein paar Aufgaben delegieren, und Lieschen Müller im Vorbeigehen auch noch ein To-do zuwerfen. Die verstehen schon, was zu tun ist, schließlich arbeiten Sie schon eine ganze Weile zusammen und die beiden kennen Sie.

Ich kann durchaus verstehen, dass dies im stressigen Alltag der praktikabelste Weg für eine Führungskraft ist. Trotz vollstem Vertrauen in Ihre Mitarbeiter, ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Erfahrung ist Vorsicht jedoch geboten. Denn wenn Führungskräfte unter Stress Aufgaben delegieren, passieren die meisten Fehler. Das Problem ist nämlich, dass dann weder der Chef noch der Mitarbeiter sicher sein können, dass beide dasselbe unter der Aufgabe verstehen und die gleiche Ergebniserwartung haben. Obwohl sie ein eingespieltes Team sind, bleibt die Frage bei den Mitarbeitern zurück „Wie hat er das jetzt gemeint?“ Am Ende kommt nicht selten die Aufgabe zurück und nicht das Ergebnis.

Das vermeiden Führungskräfte, indem sie gerade unter Stress dem Delegieren besonders viel Zeit widmen. Mit gezielten Fragen können sie abklären, ob der Mitarbeiter die Aufgabe richtig verstanden hat und sich die Aufgabe überhaupt zutraut – und damit meine ich kein einfaches „Haben Sie die Aufgabe verstanden?“ Da ist die Antwort natürlich „Ja“. Fragen Sie konkreter: „Was verstehen Sie unter der Aufgabe und was sollte Ihrer Meinung nach das Ergebnis sein? Wie sicher sind Sie sich, dass Sie die Aufgabe umsetzen können? Haben Sie das nötige Wissen, um die Aufgabe zu lösen, beziehungsweise wissen Sie, wo Sie es sich andernfalls besorgen können?“

Das fordert nur fünf Minuten Ihrer wertvollen Zeit, erspart Ihnen im Nachhinein jedoch deutlich mehr, um die Fehler auszubügeln oder die Aufgabe schlimmstenfalls selbst nochmals zu machen. Oder anders: Die kurzzeitige Investition lohnt sich, damit es langfristig läuft.