ManagementDie 7 wichtigsten Eigenschaften des modernen Managers

Führungskräfte brauchen in Zeiten des digitalen Wandels die Qualitäten eines LeadersGetty Images

#Fortschritt#Digitalisierung#Beschleunigung: Unternehmerischer Wandel steht im Zeitalter der Digitalisierung unter dem Doppelkreuz. Soziale Medien, globale Vernetzung, Nachrichtenübermittlung im Sekundentakt fordern stringente Führung. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, nachhaltige Lösungen zu definieren, um geeignete Mitarbeiter zu finden, zu binden und zu entwickeln.

Dabei wird schnell vergessen, dass die verordnete Agilität nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ auf eine analoge Konstante trifft: den Menschen! Rasante Veränderungen brauchen also keine rasanten Menschen, keine Manager, sondern echte Leader, die das Talent ihrer Mitarbeiter zu selbstverantwortlicher Flexibilität erkennen und nachhaltig fördern. Doch was heißt das für die Mitarbeiter eines Unternehmens? Vor allem bereit zu sein, neue Wege zu gehen und den Mut aufzubringen, Fehler zu machen, um schneller reagieren und lernen zu können – Eigenschaften, die Mitarbeitern über Jahre hinweg oftmals abgewöhnt wurden.

Führung heute muss der Dynamik von außen gerecht werden und gleichzeitig die analoge, menschliche Komponente im Blick haben. Neben Manager- und Unternehmerkompetenz ist mehr und mehr auch die Kompetenz als Leader im Sinne einer echten Vorbildfunktion gefragt, um Mitarbeiter als Menschen zu gewinnen, zu begleiten und zu fördern. Das Ziele-Daten-Fakten gesteuerte Denken muss einer motivierten, echten Mitarbeiterführung Platz machen. Das alte Führungsmodell hat ausgedient, den Mitarbeiter als Ressource zu sehen und Motivation als Selbstverständnis aus der Abhängigkeit vom Arbeitsplatz abzuleiten. Der Erfolg eines Unternehmens wird künftig davon bestimmt sein, wie das vorhandene Potential aller Mitarbeiter so genutzt werden kann, dass es auf einem Nährboden für Vertrauen und Zugehörigkeit gedeiht und aus einem gemeinsamen Verständnis von Sinn, Ausrichtung und gelebten Werten wächst und den Herausforderungen der Digitalisierung gewachsen ist.

#Wertevermittlung

Leader fördern, im Gegensatz zu Managern, als Mentoren die individuellen Stärken ihrer Mitarbeiter und entwickeln gemeinsam mit ihren Teams eine Ausrichtung, die von allen mitgetragen wird. Sie erarbeiten gemeinsam Werte, die verinnerlicht und gelebt werden, statt nur auf Wände geklebt oder in Rundbriefen vorgegeben sind. Ihre offene, inspirierende Kommunikation bezieht alle mit ein und bewirkt so eine gemeinsam ausgerichtete Kraft ihrer Teams. Zudem leben sie authentisch vor, wofür sie stehen und agieren somit als Vorbild.

#Mission Statement

Ein echter Leader und seine Mitarbeiter werden genau prüfen, ob die Ausrichtung, die Mission des Unternehmens bzw. die Abteilung mit der eigenen Ausrichtung und den eigenen, gelebten Werten vereinbar ist. Daher sollte die Mission klar erkennbar sein, um eine gezielte Resonanz auszulösen. Was tun wir als Unternehmen, für wen und mit welchem Beweggrund? Betrachten wir z. B. folgende Formulierung einer Anzeige: „Wir verstehen uns als Talentschmiede für Nachwuchsführungskräfte mit herausragendem Potential für ein außergewöhnliches Erfolgsmodell in der Hotelbranche.“

Hier sind die Ausrichtung des Unternehmens, die gewünschte Zielgruppe und der Beweggrund klar erkennbar. Ein Leader, der zur Zielgruppe gehört und die Mission für sich als erstrebenswert erachtet, fühlt sich angesprochen und emotional angezogen. Der Vorteil einer klaren Mission ist, dass genau definiert wird: Wer wird gesucht? Was wird geboten und wohin geht die Reise? Das spart Zeit und Energie und zieht genau die gewünschten Kandidaten an.

#Kreativität

Mitarbeiter, die vorgegebene Quartalsziele abarbeiten, haben ein anderes Leistungsbewusstsein als diejenigen, die selbst an der Ausrichtung für die Zukunft beteiligt waren. Letztgenannte Variante bewirkt Fokussierung und Sog-Wirkung und setzt bei Hindernissen im Team Kreativität frei und spornt zur Flexibilität an, wie das Ziel bei sich verändernden Bedingungen dennoch erreicht werden kann. Dies geschieht jedoch nur, wenn das Team aktiv in den Gestaltungsprozess einbezogen ist und Unternehmensumfeld und möglicher Handlungsrahmen dies zulassen. Derartige Unternehmensstrukturen sind für Leader attraktiv. Es ist vielmehr das Zusammenspiel von mitgestalteter Ausrichtung, gemeinsam definierten Zwischenzielen sowie die täglichen Schritte in Zielrichtung, um Fortschrittsqualität bewerten und optimieren zu können, bzw. individuelle Förderung als Mentor und Coach zu leisten.

#Engagement

Ein Leader lebt Engagement vor und fordert es ein. Das setzt natürlich Commitment voraus. Dies gilt sowohl in der Hierarchie nach oben, als auch gegenüber den Mitarbeitern, da es eine verinnerlichte Werthaltung ist, zu gegebenen Zusagen zu stehen und klar JA oder NEIN zu sagen. Klar zu sein und zu tun, was man sagt, schafft Vertrauen und führt zum gemeinsamen WIR-Empfinden im Team. Entscheidend für einen Leader ist hier, wie dieses Commitment bereits gelebt und erzielt wird. Ein verordnetes „Ja“ führt zu schwacher Umsetzungskraft und verstärkt Widerstände, wenn Fehler und Einwände nicht angehört und integriert wurden.

#Fehlertoleranz

Dürfen Widerstände und andere Meinungen offen gezeigt werden und werden diese dann integriert, statt ignoriert, dann fühlt sich jeder mitgenommen. Das ist für Leader von zentraler Bedeutung, denn darin spiegelt sich die Unternehmenskultur und zeigt auf, wie die Werte Respekt und Offenheit gelebt werden bzw. ob diese nur vorgegeben wurden, damit sie attraktiv klingen. Das ist vergleichbar mit der Reaktion auf Reklamationen. Wird der Kunde wirklich gehört, verstanden und das Thema gemeinsam gelöst? Dann schafft ein nachhaltiges Reklamationsmanagement mehr Kundenbindung als ein Vertrieb, der viel verspricht und wenig Zusagen einhält.

#Selbstverantwortung

Da die Mitarbeiter selbst Entscheidungen treffen sollen, ist es die Idee die Mitarbeiter bestmöglich individuell in Ihren Stärken zu entwickeln und zu fördern. Somit wird die Führungskraft zum Dienstleister für bestmögliche Leistungen seiner Teammitglieder. Angstfrei, dass ein optimal geförderter Mitarbeiter mit seinem Wissen abwandert, entsteht durch Wertschätzung, Offenheit und Werte-Kompatibilität Vertrauen, das eine intensive Bindung schafft. In manchen Firmen wird aktiv gegen Bindungen gearbeitet, im Umfeld eines Leaders sind sie ein wesentlicher Bestandteil und tragen ganz wesentlich zur Übernahme von echter Verantwortung bei. Denn dort wo ein Mitarbeiter mit seinen Ansichten und Meinungen integriert ist, entsteht wirkliche Identifikation.

#Souveränität

Die zunehmende Fremdbestimmtheit, die raschen Richtungswechsel und eine unklare Erfolgsgarantie erfordern ein Mindset, bei dem jeder sein Bestes gibt, ohne exakt zu wissen, was am Ende herauskommen wird. Das erfordert die Fähigkeit mit Rückschlägen, Veränderungen und Hindernissen konstruktiv umzugehen und rasch in Richtung Lösung umzuschalten, als den aktuellen Zustand zu bedauern und gelähmt zu reagieren. Diesen Mut zu entwickeln und die Fähigkeit souverän mit dem Auf und Ab im Alltag umgehen zu können, ist Resultat der eigenen Einstellung, Werthaltung und der Bereitschaft sich hierbei zu entwickeln. Eine verantwortungsbewusste Führungskraft wird dazu beitragen, dass die Mitarbeiter hierfür gerüstet sind und diese Fähigkeiten intensiv fördern und als Vorbild vorleben.