ManagementWarum Chefs von einer Coaching-Ausbildung profitieren

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Changemanagement mit Coaching leicht gemacht

Es gibt etliche Situationen, in denen Coachingqualitäten in der Chefetage zum Tragen kommen. Eine davon ist der Moment des Changemanagements. Wenn es gilt, Umstrukturierungen und Veränderungen jeglicher Art zu vermitteln, stoßen Chefs in der Regel auf Sorge und Argwohn bei ihren Mitarbeitern. Das liegt in der menschlichen Natur begründet: Unbekanntes, schwer Einzuschätzendes, wertet unser Gehirn als Risiko und damit als potenzielle Gefahr. Changeprozesse lösen deshalb zahlreiche Emotionen in der Belegschaft aus. Unruhe und Unsicherheit greifen um sich, hemmen Kreativität und Produktivität und beeinflussen das Betriebsklima. Umso hilfreicher ist es dann, wenn Führungskräfte in der Lage sind, sich von der Emotionalität zu lösen, Neutralität zu wahren und die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten zu können.

Es stellt einen großen Hebel dar, die Emotionalität und Ängste, die Mitarbeiter begleiten, herausfiltern zu können und dann überzeugend zu vermitteln, dass Veränderungen an sich nichts Bedrohliches sind, sondern Chancen zur Weiterentwicklung bieten. Dieses Vermögen birgt einen großen Entwicklungsschub fürs Unternehmen. In solchen Situationen ist es förderlich, wenn Coaching-erfahrene Führungskräfte ihren Mitarbeitern deutlich machen, dass in der Unternehmensgeschichte weder alles schlecht gewesen ist noch die Zukunft nur Verschlechterung bedeutet. Chefs, die auch Coach sind, erinnern an bisherige gemeinsame Erfolge und rücken in einer Umbruchsituation die vorhandenen Stärken des Unternehmens in den Fokus. Sie arbeiten daran, diese Stärken im Team weiterzuentwickeln. Sie agieren zukunfts- und lösungsorientiert. Sie schöpfen aus ihrer Souveränität, die ihnen das Bewusstsein über ihr eigenes Potenzial schenkt. Sie sind wie der Fels in der Brandung bei stürmischer See.

Wissen hilft bei Fragestellung

In Veränderungsprozessen hängt viel von der Kommunikation der Führung ab, ob der Wandel ohne Widerstände gelingt oder nicht. Führungskräfte, die über eine Coachingausbildung verfügen, sind sich der Qualität von Kommunikation bewusst. Sie können mit gezielten Fragen ihr Team anregen, über Dinge neu nachzudenken. Mit dem Hintergrundwissen verschiedener Methodiken sowie der Kenntnis von Beziehungs-, Wahrnehmungs- und Kommunikationsfragen gewinnt die Art der Fragestellung und die Deutung der Antworten im sensiblen Veränderungsprozess an enormer Bedeutung. Coaching-erfahrene Führungskräfte haben ein klares Bewusstsein für potenzielle und vorhandene Widerstände, aber auch für ratsame und erforderliche Weichenstellungen. Der Vorteil: Aus dem Blickwinkel des Coaches legen sie, trotz aller Verbundenheit, die weitverbreitete Unternehmensblindheit ab. Deshalb gelingt es ihnen auch besser, Konflikte zu erkennen und aufzulösen.

Persönlichkeiten setzen Bewegungsimpulse, nicht Prinzipien

„Coach“ leitet sich aus dem französischen Wort für „Kutsche“ ab – ein Transportmittel, das Menschen von einem Ort zum anderen bringt. Chefs mit Coachingkenntnissen bringen Menschen in Bewegung: Sie setzen jene Bewegungsimpulse, die aus Sackgassen, eingefahrenen Wegen und Einbahnstraßen hinaus führen – hin zu neuen Horizonten. Schon Oscar Wilde wusste: „Persönlichkeiten, nicht Prinzipien bringen die Zeit in Bewegung.“ In diesem Sinne sollten Unternehmen ihr Augenmerk auch auf die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Führungskräfte legen, um den Herausforderungen von Mensch und Markt erfolgreich zu begegnen. Auf diese Weise lassen sich Mitarbeiter langfristig binden und begeistern. Arbeiten 4.0 verlangt auch nach Führung 4.0.