GeschäftsreiseDie meisten Geschäftsreisenden arbeiten unterwegs nicht

Symbolbild: Eine Hand hält einen Reisepass.
Symbolbild: Eine Hand hält einen Reisepass.Unsplash

Mehrere Stunden Zugfahrt, lange Flugzeiten, viel Zeit im Hotel und zwischen Meetings – Geschäftsreisen fressen jede Menge Zeit. Die, so wird es gern erzählt, nutzen Manager, um produktiv zu sein. Schließlich hat man heute fast überall W-Lan, Handyempfang und Steckdosen. Und außerhalb des schnöden Büros ist man ja sowieso viel kreativer. Eine neue Umfrage zeigt jetzt aber: Lediglich ein Drittel der Geschäftsreisenden arbeitet von unterwegs.

Die Studie „Chefsache Business Travel 2018“ – im Auftrag des Deutschen Reiseverbands (DRV) durchgeführt – befragte 100 Geschäftsführer, die regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 102 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern. Obwohl zwei Drittel der Befragten während der An- und Abreise sowie im Hotel nicht arbeiten, fühlt sich die Hälfte auf Geschäftsreise ziemlich effizient. Wie diese Diskrepanz zustande kommt, hat die Untersuchung nicht ermittelt.

Immerhin: Man könnte auf Reisen mehr schaffen, da sind sich die Befragten einig, wenn die technischen Rahmenbedingungen unterwegs stimmten. Womöglich denken die Umfrageteilnehmer da an Funklöcher auf Strecken der Deutschen Bahn, die fast jeden Zugreisenden schon mal in den Wahnsinn getrieben haben dürften.

Umsteigezeiten empfinden 83 Prozent als am wenigsten produktiv

Ein Mehr an effizienter Arbeit lässt sich laut Studie vor allem zwischendurch erzielen. Denn die Umsteigezeiten auf Reisen empfinden 83 Prozent der Befragten als am wenigsten produktiv. Langes Warten am Bahnhof oder zähes Schlangestehen beim Check-in am Flughafen machen sich hier wahrscheinlich bemerkbar.

Eine Möglichkeit, die Stunden am Flughafen oder am Bahnhof besser zu nutzen, sieht die Mehrheit der Befragten in kostenpflichtigen Lounges, also Wartebereichen, in denen ungestört gearbeitet werden kann. Ein Drittel der Geschäftsreisenden empfindet die Zeit im Hotel als besonders produktiv – wenn man denn in einem speziellen Businesshotel übernachtet. Und man zu dem Drittel gehört, das dann auch wirklich arbeitet.