ManagementFünf Tricks wie man mehr am Tag schafft

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Symbolbild ManagementGetty Images

Jedes Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter. Sind die frustriert, schlägt das auf die Arbeitsmoral. Liegt die am Boden, ist an Produktivität nicht zu denken. Ein Desaster für jedes Unternehmen. Fünf Faktoren, um die Leistung wieder anzukurbeln.

#1 Einstellung ist alles

Für die erste Erkenntnis bedarf es nun wirklich keiner Analyse durch eine überteuerte Unternehmensberatung: Zufriedene Mitarbeiter rocken den Job. Wer mit Spaß bei der Sache ist, der leistet einfach bessere Arbeit. Oder im Kehrschluss: Wer mit einer negativen Einstellung zur Arbeit kommt, unzufrieden ist, der wird keine Heldentaten vollbringen. Die oft zitierte und häufiger noch geforderte „Extrameile“ ist meilenweit entfernt. Unerreichbar. Und nicht nur das: Schlechte Stimmung im Team ist ansteckend wie die Grippe im Frühjahr. Hat sie einer, befällt sie bald die nächsten Kollegen. Zeit für eine Schutzimpfung.

#2 Der Boss als Bremse

Diverse Studien über Produktivität im Job kommen alle zu dem gleichen Ergebnis. Die Arbeitsleistung im Team hängt unmittelbar mit dem Verhältnis zum direkten Vorgesetzten zusammen. „Ein schlechter Boss“, sagt der US-Unternehmensberater Barry L. Brown , „ist definitiv Faktor Nummer eins, wenn die Arbeitsleistung im Team nicht stimmt.“ Wenig zwischenmenschlicher Austausch, kein Lob, dafür negative Kommentare, dumme Sprüche und lautstarke Wutausbrüche vor den Kollegen killen jede Motivation. Eine positive Einstellung zum Job ist dann unmöglich. Das Problem: Demotivation hält deutlich länger an, als Motivation. Lob wird schneller vergessen, als der Anschiss vor versammelter Mannschaft.

#3 Mehr Power durch Gesundheit

Bei der Arbeit ist es wie beim Sport: Wer gesund und fit ist, kann mehr leisten. Allein, weil er nicht krank ist, sprich, er nicht bei der Arbeit fehlt. Allein durch die Reduzierung der Krankentage wird die Produktivität drastisch gesteigert. Im Jahr 2017 lag der durchschnittliche Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland laut Statistischem Bundesamt bei rund 4,2 Prozent. Seit 2007 (3,22 Prozent) steigt die Kurve steil an. Im ersten Quartal 2018 waren es sogar 4,64 Prozent im Schnitt. Knapp 18 Arbeitstage im Jahr ist ein Angestellter in Deutschland krankgeschrieben. Dazu kommen noch die Tage, an denen sich die Mitarbeiter verschnupft und mit hämmerndem Schädel ins Büro schleppen. Dass die Produktivität an diesen Tagen nicht bei 100 Prozent liegt, dürfte klar sein. Viele Unternehmen reagieren allmählich. Sie subventionieren Sport für die Mitarbeiter (finanziell oder zeitlich), sorgen für Erholung, Räume zum Abschalten und medizinischen Rat.

#4 High Five für Hightech

Es ist schade, aber viele Unternehmen sind noch nicht im Jahr 2018 angekommen. Einerseits, was die Qualitäten der Führungskräfte anbelangt. Anderseits, was die technische Ausstattung betrifft. Alle reden von der schönen, neuen Arbeitswelt, von der Flexibilität, der Ungebundenheit, die sie ermöglicht. Und doch ist diese Welt für viele immer noch ein Traumland, irgendwo ganz weit da draußen. Und das aus einem simplen Grund: die technische Ausstattung scheint näher am Mittelalter angesiedelt als an der Gegenwart. Dabei rechnet sich modernes Equipment. Der Halbleiterhersteller Intel hat den Test gemacht. Mitarbeiter, die mit einem Wlan-fähigen Notebook ausgestattet wurden, arbeiteten 100 Stunden mehr im Jahr. Das sind mehr als zwei Stunden pro Woche. Damit hatte sich für das Unternehmen die Anschaffung der neuesten Computer bereits nach weniger als einem Jahr amortisiert. Und die Mitarbeiter waren happy dabei. Genauso führt flexibles Arbeiten bei freier Zeiteinteilung und Ortswahl zu mehr Produktivität.

#5 Anleger vs. Mitarbeiter

Börsennotierte Unternehmen stecken in einem Dilemma. Sie müssen die Anleger bei Laune halten – und ihre Mitarbeiter. Dummerweise gelingt der Spagat nicht immer. Die meisten kennen das: Ein Großunternehmen kündigt tausende Stellen, die Börse jubelt, der Aktienkurs steigt. Zumindest kurzfristig. Die Köpfe der Mitarbeiter sinken zeitlich, sie verfallen in Schockstarre. Die Angst vor dem Jobverlust geht um, das Vertrauen in einem sicheren Arbeitsplatz schwindet, die Moral sinkt. Die Produktivität leidet. Kurzfristige Einspareffekte entpuppen sich oft langfristig als Kostenfallen.