BerufslebenSo sollten Sie auf eine Kündigung reagieren

Auch nach einer Kündigung gilt es, die Ruhe zu bewahren
Auch nach einer Kündigung gilt es, die Ruhe zu bewahrendpa

#1 Ruhig bleiben

Auch wenn der Schock groß ist und es schwerfällt: Versuchen Sie, nicht emotional zu reagieren. Im Idealfall nehmen Sie die Hiobsbotschaft ohne Kommentar und möglichst regungslos entgegen. Jeder Gefühlsausbruch und jedes unbedachte Wort könnten später gegen Sie verwendet werden. Schließlich landen nicht wenige Kündigungsfälle vor dem Arbeitsgericht. Auch in den Tagen oder Wochen, in denen Sie noch am Arbeitsplatz erscheinen müssen, sollten Sie sich weiter um Contenance bemühen. Ratsam ist es auch, nicht direkt krank zu werden und nicht mehr aufzutauchen.

#2 Nach Gründen fragen

Dennoch sollten Sie in Erfahrung bringen, warum Sie gehen müssen – sollte der Vorgesetzte das im Kündigungsgespräch nicht eindeutig formuliert haben. Das Nachhaken kann auch noch ein paar Tage später erfolgen, wenn Sie sich dann besser gewappnet dafür fühlen und sich vorbereiten können. Möglicherweise erfahren Sie im zweiten Gespräch, dass Sie einfach die sogenannte Sozialauswahl traf, weil Sie jung sind und keine Kinder haben. Dann müssen Sie nicht länger grübeln, ob Sie nicht kompetent genug für den Job seien. Lag es doch an einer fachlichen Qualifikation, kann die Antwort zwar schmerzhaft, für den weiteren beruflichen Weg aber auch hilfreich sein.

#3 Prüfen Sie das Kündigungsschreiben

Übersehen Sie in der ersten Verwirrung nichts – zum Beispiel, ob die Kündigung möglicherweise vordatiert wurde, um eine verstrichene Frist zu kaschieren. Sonst droht Ihnen beim Arbeitsamt Ärger, weil Sie sich nicht umgehend gemeldet haben. Auch im Fall einer Klage ist das exakte Datum entscheidend. Legt Ihnen Ihr Arbeitgeber mit der Kündigung weitere Papiere zur Unterschrift vor, etwa zu offenen oder genommenen Urlaubstagen und Überstunden, nehmen Sie diese mit nach Hause und lesen Sie die Unterlagen sorgfältig durch. Man weiß nie, welche Falle sich darin verstecken könnte. Nur den Erhalt des Kündigungsschreibens können Sie bedenkenlos bestätigen.

#4 Lernen Sie aus Fehlern

Hat Ihre Kündigung doch fachliche Gründe, stellen Sie sich der Kritik. Sie können nur daraus lernen und es im nächsten Job besser machen. Mit ein bisschen Abstand zeigt sich möglicherweise auch, dass Sie in einer anderen Sparte der Branche besser aufgehoben sind – oder auch freiberuflich erfolgreich werden. So manche Kündigung hat sich im Nachhinein schon als glückliche Fügung erwiesen, auch wenn es anfangs schwerfällt, einen Rauswurf als Chance zur Neuaufstellung zu betrachten.