KarriereSo sagen Sie besser Nein im Job

Symbolbild: Chef und Mitarbeiterin
Symbolbild: Chef und Mitarbeiterindpa

Kannst du am Wochenende arbeiten? Ja. Machste mal eben die Aufgaben des kranken Kollegen mit? Klar. Ist das die tollste Firma, für die du jemals gearbeitet hast? Sicher doch. Jasager sind die idealen Angestellten. Sie machen, was man ihnen sagt. Deshalb werden sie oft als besonders verlässlich und kollegial geschätzt.

Bei einem rundum tollen Job kann chronisches Jasagen der perfekte Grundzustand sein. Oft aber würden Mitarbeiter gern Nein sagen, tun es aber nicht. Mögliche Gründe sind Angst vor der Reaktion des Chefs, mangelndes Vertrauen in das eigene Urteilsvermögen oder schlicht die Tatsache, dass man Neinsagen nicht gewohnt ist. Ist das nicht wahnsinnig unhöflich? Nein.

Mit diesen fünf Tipps sagen Sie besser Nein bei der Arbeit.

#1 Das „Nein“ als Option akzeptieren

Für manche Menschen ist es schlicht undenkbar, der Vorgesetzten einen Wunsch abzuschlagen. Selbstverständlich sollte das Nein im Beruf die Ausnahme bleiben – andernfalls ist man in der jetzigen Position oder beim aktuellen Arbeitgeber offenbar nicht richtig. Grundsätzlich gehört es aber zum normalen, professionellen Verhaltensrepertoire, auch mal Nein zu sagen. Nein ist kein Tabuwort.

#2 Bilden Sie sich eine Meinung

Für permanentes Zustimmen benötigt man keine eigene Meinung. Neinsagen ist da schon sehr viel anspruchsvoller. Sie finden einen Vorschlag des Chefs kontraproduktiv und lehnen ihn spontan ab? Dann vertrauen Sie Ihrem Instinkt und gehen ihm auf den Grund.

Überlegen Sie, was objektiv für und was gegen die vorgeschlagene Option spricht. Vermutlich bestätigt sich am Ende der erste Eindruck. Nun aber verfügen Sie über ein Arsenal an guten Argumenten, mit denen Sie Ihr Nein untermauern und selbstbewusst präsentieren können.

#3 Nehmen Sie sich Zeit

Aus dem vorherigen Punkt folgt: Ein Nein sollte nicht übers Knie gebrochen werden. Es ist zwar nicht tabu, aber auch nicht alltäglich. Lassen Sie sich nach Möglichkeit Zeit, um sicherzugehen, dass Sie das Nein ernst meinen und wie Sie es begründen möchten.

#4 Erkennen Sie Chancen und Grenzen

Manchmal sind Zumutungen eine gute Sache. Manchmal weiß es die Chefin tatsächlich besser. Manchmal muss man da einfach durch. Wer zu schnell Vorschläge abschmettert, verlässt womöglich nie die selbstgesteckte Komfortzone. Andererseits führt ständiges Zustimmen schnell zu chronischer Überlastung.

Die ist dann eine Folge von Selbstausbeutung, denn wer niemals Nein sagt, scheint ja noch Kapazitäten zu haben. Sind Ihnen Wochenenden heilig? Gibt es berufliche oder ethische Prinzipien, die Sie niemals verletzen würden? Definieren Sie Ihre persönlichen Grenzen. Diese Selbsterkenntnis bildet die Basis für das Neinsagen.

#5 Nein, danke

Das schlechte Image des Nein kann abschreckend sein. Wer vor der klaren Ansage zurückschreckt oder einen Chef hat, der jedes Nein als persönlichen Affront in der mentalen Personalakte vermerkt, kann die Ablehnung verkleiden.

„Vielen Dank, dass Sie an mich gedacht haben, aber leider…“: a) würden meine anderen Aufgaben leiden, b) muss ich bereits so viele Überstunden abbummeln, c) benötigt das wichtige Projekt X aktuell meine ganze Aufmerksamkeit. Mit einer derart freundlichen und fundierten „Nein, danke“-Antwort sollte dann auch ein empfindlicher Chef umgehen können.