CopingstrategienSo lässt sich Stress im Job bewältigen

Gestresste Frau im Büro
Symbolbild: Gestresste Frau im Bürodpa

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet laut DGB-Index Gute Arbeit 2019 unter hohem Zeitdruck. Für jeden Vierten ist die Arbeitsmenge nicht in der vorgesehenen Arbeitszeit zu bewältigen. 38 Prozent der Angestellten geben an, dass sie wegen zu wenig Personal mehr Arbeit bewältigen oder Überstunden machen müssen. Zwei Drittel können ihr Pensum derweil nicht oder kaum beeinflussen. Hier sind 7 Tipps, was man selbst tun kann.

#1 Intensive Selbstanalyse

Am Anfang steht wie so oft die Selbstanalyse: Was genau stresst Sie bei der Arbeit am meisten, wann geraten Sie ins Rotieren oder geht gar das Ziehen im Bauch los? Definieren Sie all das so genau wie möglich, damit Sie wissen, wo Sie als erstes ansetzen müssen.

#2 Pausen machen

Viele Angestellte lassen ihre Mittagspause ausfallen, weil sie Angst haben, ihre Arbeit dann erst recht nicht zu schaffen. Dieses Denken ist grundlegend falsch. Zwischendurch mal an die frische Luft zu gehen, durchzuatmen, den Kopf frei zu kriegen und etwas zu essen, führt garantiert zu einer produktiveren und effizienteren Arbeitsweise als Durchknechten. Raucherpausen zählen allerdings ausdrücklich nicht zu dieser Empfehlung.

#3 Privater Ausgleich

Von außen gerettet werden Sie voraussichtlich nicht. Um sich kurzfristig selbst zu schützen, sollten Sie hinterfragen: Was brauche ich zur Entlastung, was kann ich selbst aktiv tun? In der Freizeit nicht aufs Diensthandy zu schauen, Familie und Freunde zu treffen, in die Natur zu fahren, Sport zu treiben oder Entspannungstechniken zu erlernen, klingt zwar simpel bis banal, hilft aber tatsächlich, vorübergehend aus dem Tagesstress auszusteigen.

#4 Stress im Job ins Positive drehen

Lässt sich an der beruflichen Belastung vorerst nichts ändern, versuchen Sie es mal mit einem pragmatischen Umgang: Sie haben halt einen anspruchsvollen und manchmal schwierigen Job. Statt damit wieder und wieder zu hadern, analysieren Sie das jeweils aktuelle Problem kurz und suchen dann nach Lösungen. Sehen Sie den Stress sportlich und werten ihn als Herausforderung, der Sie sich erfolgreich stellen wollen.

#5 Probleme thematisieren und sich austauschen

Professionelle Beratung oder Supervision sind manchmal vielleicht unumgänglich, kosten aber zum Beispiel auch Geld. Hilfreich kann es häufig schon sein, sich mit Kollegen auszutauschen, die ebenfalls über Stress im Job klagen – und zwar über das schnelle Gejammer in der Kaffeeküche hinaus. Warum nicht einen Arbeitskreis gründen, in dem sich regelmäßig auch inhaltlich und fachlich ausgetauscht wird? Gegenseitige kollegiale Unterstützung kann das gefühlte Stresslevel deutlich runterfahren.

#6 Sich für ein gutes Klima am Arbeitsplatz engagieren

Der entscheidende entlastende Faktor ist für Experten jedoch ein gutes soziales Klima im Betrieb. Das ist zwar an erster Stelle Aufgabe der Unternehmens- oder Teamleitung. Trotzdem kann an dieser Stelle auch jeder selbst versuchen, einen Beitrag zu leisten.

#7 Gute Selbstorganisation

Am schlimmsten fühlt sich Stress in der Regel an, wenn im Kopf schon fast alles verschwimmt und die Gedanken unscharf werden, weil man nicht weiß, was man zuerst machen soll. Vermeiden Sie diese Situation unbedingt. Das geht durch eine gute Selbstorganisation: Führen Sie einen Terminkalender, machen Sie sich To-do-Listen und aktualisieren Sie diese regelmäßig – digital oder analog. Ein guter Überblick kann auch dabei helfen, mal Nein zu sagen, statt noch eine weitere Aufgabe zu übernehmen.

 


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