KarriereSo geht man am besten mit Fehlern im Job um

Symbolbild: Junger Mann schaut verzweifelt auf seinen Laptop
Symbolbild: Junger Mann schaut verzweifelt auf seinen LaptopTim Gouw via Unsplash

Die moderne Arbeitswelt ist wirklich kreativ darin, uns in Fallen tappen zu lassen. Ein um wenige Millimeter verschobener Klick auf „Allen Antworten“ reicht und schon wird der Flüchtigkeitsfehler zur Katastrophe. Es geht aber auch ganz klassisch. Vergessene Termine, ein falscher Tonfall im wichtigen Kundengespräch oder schlicht handwerkliche Fehler können plötzlich die Karriere gefährden. Ein gutes Krisenmanagement ist hier für die Schadensbegrenzung entscheidend.

Tipp #1: Kühlen Kopf bewahren

Bei einem schwerwiegenden Fehler herrscht gern erst einmal Leere im Kopf. Dann kommt die Panik. Versuchen Sie aber, die nicht die Überhand gewinnen zu lassen. Schnelles Handeln ist entscheidend. Überstürzen Sie jedoch nichts. Das macht das Ganze womöglich noch schlimmer. Atmen Sie tief durch.

Tipp #2: Analyse

Betrachten Sie das Ganze so objektiv wie möglich. Was ist schief gelaufen, wie sieht der Schaden aus? Kann er vielleicht noch behoben werden oder ist tatsächlich alles zu spät? Gehen Sie schnell verschiedene Möglichkeiten zur Schadensbehebung beziehungsweise -begrenzung durch.

Tipp #3: Offenbarungseid

Geringfügige Fehler können Sie womöglich umgehend am besten eigenständig ausmerzen. Sofern es sich nicht um Lappalien handelt, wird aber immer der Vorgesetzte informiert – insbesondere, wenn Geschäftspartner betroffen sind. Bei gravierenderen Irrtümern wird immer der Vorgesetzte zur Problemlösung hinzugezogen. Vertuschen mag der erste Impuls sein. Da würde aber auf den ehrlichen Fehler die vorsätzliche Täuschung folgen. Und mit der können wohl die wenigsten Chefs leben.

Tipp #4: Keine Ausflüchte

Apropos Ehrlichkeit: Stehen Sie zu Ihrem Fehler. Sie haben zu wenig geschlafen, der laute Kollege hat Sie abgelenkt, die Aufgabe war zu schwer? All das ist erst einmal überhaupt nicht von Interesse. Kommunizieren Sie den Fehler und mögliche Strategien klar und ohne Ausflüchte.

Tipp #5: Richtigen Ton treffen

Bei einer Entschuldigung macht der Ton die Musik. Zerknirschte Selbstironie kann genau das Richtige sein, in anderen Szenarien aber wird sie das Ganze dadurch womöglich nur noch schlimmer. Dasselbe gilt für kompromissloses Zukreuzekriechen.

Tipp #6: Selbstkritik

„Kritische Betrachtung, Beurteilung des eigenen Denkens und Tuns, die zugleich Erkenntnis und Eingestehen eigener Fehler bedeutet“ – die Definition des Dudens zeigt: Selbstkritik ist der beste Weg, um künftig Fehler zu vermeiden. Das Schlimmste konnte gerade noch verhindert werden? Kein Anlass für Freudentänze und „Schwamm drüber“. Seien Sie ehrlich mit sich selbst. Warum ist der Fehler passiert, welchen Anteil hatten Sie daran, was müssen Sie besser machen?

Tipp #7: Loslassen

Nach einem schweren Fehler ist nicht gleich die Tagesordnung angesagt. Aber jede Selbstkritik braucht einen Abschluss. Gerade Perfektionisten neigen dazu, sich wegen eines Irrtums im Job endlos zu geißeln. Das ist irgendwann nicht nur unproduktiv, sondern kontraproduktiv. Denn wer sich selbst ständig hinterfragt wird womöglich unfähig, Entscheidungen zu treffen. Ja, Sie haben Mist gebaut. Aber Sie sind professionell damit umgegangen, haben daraus gelernt und sind so kompetent wie vor dem Missgeschick. Glückwunsch: Sie sind auch nur ein Mensch. Und nach einem Fehler womöglich noch besser im Job.