MitarbeiterführungSo gehen Sie mit schwierigen Kollegen um

Symbolbild Konflikte
Symbolbild KonflikteGetty Images

Auf Kollegen passt häufig das Sprichwort, das gern auf die Familie bezogen wird: Man hat sie sich nicht ausgesucht. Mit einigen geht man liebend gern ein Feierabendbier trinken, bei anderen überlegt man, wie es gelingen könnte, einen Schreibtisch mit mehr Abstand zu bekommen.

Als Chefin oder Chef hingegen kann man Mitarbeitern schwerlich aus dem Weg gehen, sondern muss sich den Problemen stellen. Hier sind vier Tipps für das Verhalten gegenüber schwierigen Angestellten.

#1 Die Probleme definieren

Zuerst sollten Sie sich darüber klar werden, was genau Sie an Ihrer Mitarbeiterin oder Ihrem Mitarbeiter nervt: Ist er immer gegen alles? Antwortet sie grundsätzlich mit „Ja, aber…“ oder „Das haben wir aber immer so gemacht“? Haben Sie jemandem im Verdacht, ständig schlechte Stimmung im Team zu verbreiten und aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen? Erst wenn Sie sicher sind, dass das Verhalten eines Mitarbeiters tatsächlich problematisch ist, sollten Sie handeln. Manchmal neigt man auch dazu, einen Kollegen nur, weil er anders ist als man selbst, kritischer beziehungsweise negativ zu bewerten.

#2 Das Gespräch suchen

Sind Sie überzeugt, dass jemand Ihnen nicht nur weniger sympathisch ist als andere, sondern in die Kategorie „schwierig“ fällt, bitten Sie ihn zum Mitarbeitergespräch. Möglicherweise kann es schon viel verändern, sich mal ausführlicher auszutauschen: Auslöser für bestimmte Verhaltensweisen kann auch sein, dass sich jemand nicht ausreichend beachtet oder wertgeschätzt im Team fühlt. Dann kann schon die Aufmerksamkeit durch ein freundliches Gespräch unter vier Augen etwas bewirken. Möglicherweise stößt dem Mitarbeiter auch völlig berechtigt etwas auf oder er sitzt in der Firma schlicht am falschen Platz. Dann ist die Unternehmensführung am Zuge, etwas zu verändern.

#3 Rolle des Mitarbeiters prüfen

Heikel ist es, wenn der Mitarbeiter ungeachtet aller Schwierigkeiten ihr bester Mann oder ihre beste Frau ist, von dem das Unternehmen wirtschaftlich enorm profitiert. Dann müssen Sie ihm vermutlich ein paar Launen zugestehen. Dazu gehört auch, an sich selbst zu arbeiten und sich zu fragen: Wie sehr stören mich die Eigenheiten des Mitarbeiters tatsächlich? Würde ich auch seinen Verlust riskieren oder will ich diesen in jedem Fall verhindern? Ist sein Verhalten seinen Vorgesetzten gegenüber zwar nicht einwandfrei, aber fügt er sich trotzdem gut in sein Team ein? Solche Fragen sollten Sie klären, bevor Sie sich für finale Konsequenzen entscheiden – oder diese in Kauf nehmen.

#4 Notfalls getrennte Wege gehen

Eindeutig ist der Fall nur, wenn der Mitarbeiter nicht nur überall aneckt, sondern seinen Job auch schlecht macht. Dann hilft möglicherweise nur noch die Notbremse – die sich dann je nachdem Kündigung oder Trennung in beiderseitigem Einverständnis nennt. Einen wirklich schwierigen Angestellten weiter durchzuziehen hat langfristig Folgen für das gesamte Betriebsklima – und könnte schließlich wertvolle Mitarbeiter dazu bringen, das Unternehmen zu verlassen.

 


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