KarriereSo gehen Sie mit Fehlern von Kollegen um

Mit manchen Kollegen ist es schwer auszuhalten
Mit manchen Kollegen ist es schwer auszuhaltenGetty Images

#1 Abwarten

Nicht immer muss gleich ein Fass aufgemacht werden. Es kann zu einer kollegialen Beziehung dazu gehören, mal über einen Fehler hinwegzusehen. Das gilt insbesondere, wenn er zum ersten Mal aufgetreten ist und keine im wahrsten Wortsinn nennenswerten Konsequenzen hatte. Auch bei etwas schwerwiegenderen Fehlern kann Stillhalten angezeigt sein. Da kommt es stark auf die Umstände und auch auf die Beziehung zur betreffenden Kollegin an. Halten Sie hier aber nicht bloß still, weil es am bequemsten ist. Das kann zu heimlichen Ressentiments führen, an denen Sie dann selbst Mitschuld tragen. Im Gegenzug aber gilt ebenfalls: Einen Fehler nicht anzuprangern, ist nicht automatisch ein Zeichen von Schwäche – im Gegenteil.

#2 Ansprechen

Was tun, wenn der Mitarbeiter immer wieder Fehler macht? Hier ist es wiederum ein Gebot der Kollegialität, dass man ihn darauf anspricht. Denn so hat er Chance, sein Verhalten zu korrigieren, ehe womöglich der Vorgesetzte Wind davon bekommt. Vielleicht ist er sich des Fehlers gar nicht bewusst. Ein persönliches Gespräch ist auch dann unausweichlich, wenn Versäumnisse Ihre eigene Arbeit dauerhaft negativ beeinflussen. Sie dürfen Kollegen nicht anschwärzen. Aber Sie müssen im Gegenzug nicht hinnehmen, dass Ihr eigenes Renommee durch Fehler Anderer Schaden nimmt.

#3 Hilfe anbieten

Gespräche über Fehler sind eine heikle Angelegenheit. Das gilt vor allem, wenn sie zwischen gleichgestellten Kollegen geführt werden. Die ausgeglichenen „Machtverhältnisse“ führen dazu, dass Betroffene sich schnell persönlich angegriffen und belehrt fühlen. Zum Feingefühl gehört es deshalb dazu, das Thema freundlich und objektiv anzusprechen. Versuchen Sie, chronische Fehlerquellen zu identifizieren. Werden zum Beispiel Deadlines immer wieder nicht eingehalten, kann es produktiv sein, Zuständigkeiten und Abläufe eindeutiger festzuschreiben. Bieten Sie Ihre Hilfe an und signalisieren Sie, dass Sie immer ansprechbar sind. Manchmal hilft auch die unangenehme Frage: Trage ich an den Fehlern meines Kollegen Mitschuld?

#4 Klare Ansage

Werden Fehler einfach nicht abgestellt, sind eindeutige Ansagen nötig. Stellen Sie klar, wie die Versäumnisse Sie selbst betreffen und Ihnen womöglich auch schaden. Unterschätzen Sie hierbei nicht die psychische Belastung. Wer sich nicht auf Kollegen verlassen kann, ist unweigerlich gestresst. Das ist Ihnen gegenüber unfair und ebenfalls ein Grund für deutlichere Worte. An diesem Punkt ist es möglicherweise hilfreich, einen anderen Kollegen hinzuziehen.

#5 Konsequenzen

Ob, wann und wie man bei unbelehrbaren Fehlerteufeln eine Grenze zieht, hängt von der eigenen Einstellung und Leidensbereitschaft ab. Ein letzter Warnschuss kann die Ansage sein: Wenn der Fehler erneut vorkommt, muss ich Konsequenzen ziehen. Das kann bedeuten, dass man sich aus dem Team zurückzieht. Als letzter Schritt wird womöglich der Vorgesetzte eingeschaltet – spätestens dann, wenn die ständigen Fehler dem Unternehmen Schaden zufügen. Denn auch Chefs haben Loyalität verdient.

#6 Auch Kleinvieh macht Mist

Selbst ein im Grunde banaler Fehler nervt irgendwann, wenn er sich trotz mehrfacher Ansprachen wiederholt. Bereits die hartnäckig falsche Benennung von Dateien kann unnötigen Mehraufwand verursachen. Natürlich ist das im Grunde eine Lappalie, die mit zwei, drei Handgriffen ausgeräumt ist. Muss man sich da aufregen? Ja, denn es drängen sich die Fragen auf: Warum die Arbeit nicht gleich richtig machen? Und: Wer schon bei solchen Kleinigkeiten nicht korrekt arbeitet – wie sieht es da erst bei komplexeren Themen aus?