Meine erste MillionSaskia Bruysten: „Profit ist ein Mittel zum Zweck“

Saskia Bruysten, Mitgründerin von Yunus Social Business.
Saskia Bruysten, Mitgründerin von Yunus Social Business.Yunus Social Business

Saskia Bruysten hat ein großes Ziel: Sie will die Armut in der Welt bekämpfen. Zehn Jahre ist es her, dass sie gemeinsam mit Friedensnobelpreisträger Mohammad Yunus Yunus Social Business gründete. „Wir vergeben an größere Unternehmen Kredite und zwar zwischen 100.000 und 500.000 Euro“, sagt Bruysten. „Das sind Firmen, die mit ihrem Service ein soziales Problem lösen.“

Angefangen hat Bruystens Karriere bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). Damals habe sie sich über die 80-Stunden-Woche noch beschwert, sagt die Unternehmerin im Podcast „Meine erste Million“. Aber Sie wollte mehr als nur lange Arbeitszeiten: Ihr Wunsch war es, etwas Sinnvolles für die Welt tun. Als sie vor zwölf Jahren an der London School of Economics einen Vortrag von Mohammad Yunus hörte, stand ihre Entscheidung fest. „He swept me off my feet“, erinnert sich die Halb-Kanadierin. Sie hätten ge-emailt und schließlich habe Yunus sie nach Bangladesch eingeladen.

Ein Unternehmertum für die Gesellschaft

Idole habe sie in ihrer Kindheit keine gehabt, sagt Bruysten. „Aber ich habe im Endeffekt in Mohammad Yunus ein Vorbild gefunden.“ Nun hofft sie, selbst Vorbild sein zu können: „Weil ich eine Art von Unternehmertum repräsentiere, das ein Unternehmertum für die Gesellschaft ist und nicht nur eines für sich selbst.“

Viel verkaufen und Reichtum anhäufen sei die klassische „Logik des anglo-amerikanischen Kapitalismus“. Beim „social business modell“ hingegen gehe es nicht darum, den Profit zu maximieren, sondern ein konkretes Problem zu lösen, so Bruysten. Erfolg sei, wenn die soziale oder ökologische Aufgabe gelöst sei und „alles so gut gelaufen ist, dass ich damit meine Kosten decken konnte“, so die Gründerin. „Profit wird ein Mittel zum Zweck, es ist nicht der Zweck selber. Das ist der fundamentale Unterschied.“ Bruysten glaubt an die Macht der Wirtschaft – man müsse sie bloß in die „richtige“ Richtung lenken.

Mit welchen Herausforderungen die Unternehmerin in der von Männern dominierten Wirtschaft konfrontiert ist und wie hoch ihr Einstiegsgehalt bei der BCG war, erzählt sie Ronja von Rönne in der sechsten Folge von „Meine erste Million.“

 


Die legendäre Capital-Interviewserie „Meine erste Million“ gibt es mittlerweile auch als Podcast. Die zweite Staffel erscheint seit dem 20. April wöchentlich am Dienstag. Die gesamte Staffel mit 12 Folgen kostet 9,95 Euro. Für Audible-Abonnenten ist sie kostenlos. Auf Capital+ können Sie sich die einzelnen Folgen ebenfalls kostenlos anhören. Gäste der neuen Staffel sind unter anderem Harald Christ, Claudia Obert, Hamid Djadda, die Beltracchis, Madame Moneypenny und Benjamin von Stuckrad-Barre.

Hören Sie hier den Trailer zum Podcast: