ErfolgWas man von Richard Branson für die Karriere lernen kann

Richard Branson
Richard Bransondpa

Als Richard Branson (*1950) mit 16 Jahren seine Ausbildung an einer englischen Privatschule in Stowe abbrach, gab ihm sein damaliger Rektor eine Prognose mit auf den Weg: »Entweder du landest im Gefängnis oder du wirst Millionär.« Doch der Rektor unterschätzte ihn, wie viele andere nach ihm. Branson widerfuhr nämlich beides – und noch vieles mehr: Schon in der frühen Startphase seines Direktversands von Schallplatten, im Jahr 1971, verstrickte er sich dank einer »cleveren Importidee« in ein Zolldelikt. Das bescherte ihm nicht nur eine heilsame Lektion, sondern auch eine Nacht in einer Gefängniszelle. Mit einer Nachzahlung war die Sache dann zwar schnell wieder aus der Welt, aber sein Schuldirektor hatte recht gehabt. Bei der Aussage, Branson würde Millionär werden, verschätzte er sich allerdings gehörig, nämlich um einige Tausend Millionen. Branson zählt bereits seit Langem zum Kreis der Milliardäre und verfügt im Jahr 2018 über ein Vermögen von rund fünf Milliarden Dollar. Was er unter einem medienwirksamen Auftritt versteht, ist vielleicht nicht für jeden zur Nachahmung geeignet, man kann allerdings einiges von Branson über cleveres Vermarkten und die Bedeutung von gutem Marketing lernen.

»Ich bin nicht des Geldes wegen Unternehmer, sondern weil ich etwas Kreatives schaffen will, auf das ich stolz sein kann«

Richard Branson
Der Auszug stammt aus dem Buch "Management - die Top-Tools der Besten"
Der Auszug stammt aus dem Buch „Management – die Top-Tools der Besten“

Richard Branson genießt den Status des bunten Paradiesvogels unter den Topunternehmern dieser Welt. Trotz seines großen Erfolgs als Chef eines weitverzweigten Firmenimperiums hat er sich eine lockere, sympathische Art ohne Allüren bewahrt. »Ich bin nicht des Geldes wegen Unternehmer, sondern weil ich etwas Kreatives schaffen will, auf das ich stolz sein kann«, lautet einer seiner Leitsätze. Seine unternehmerische Karriere begann er bereits als Teenager mit der Herausgabe der Zeitschrift Student, wobei er schon bald mit seinem Direktversand für Schallplatten unter dem Namen Virgin zu größerem Erfolg kam. Geschickt nutzte er seine Kontakte zur Schallplattenindustrie, um sein neuartiges Konzept der Virgin Megastores in der Musikmetropole London zu testen. Der Versuch fiel im Zeitgeist der Flower-Power-Generation auf so fruchtbaren Boden, dass er bald im gesamten Land expandierte. Nur zwei Jahre nach der Gründung von Virgin war der Start von Virgin Records ein weiterer konsequenter Schritt. Ein wahrer Glücksgriff gelang ihm gleich zu Beginn, als er den noch unbekannten Künstler Mike Oldfield exklusiv unter Vertrag nahm. Dessen geniales Debütalbum Tubular Bells wurde ein weltweiter Verkaufsschlager, der Oldfield den Grammy Award for Best Instrumental Composition einbrachte und Branson in der Branche fast über Nacht berühmt machte. Dieser Erfolg markierte einen Wendepunkt im Geschäftsleben von Richard Branson, da von nun an viele berühmte Künstler zu Virgin Records strömten, unter anderem Genesis, Peter Gabriel, die Simple Minds, die Rolling Stones und viele andere. Heute steht Branson an der Spitze eines Firmenimperiums, das weltweit über 300 Unternehmen geschaffen hat und bei dem rund 50 000 Mitarbeiter in etwa 30 Ländern angestellt sind.