PodcastFabian Kienbaum: „Der Kampf um Talente ist wieder in vollem Gange“

Fabian Kienbaum, Chef des gleichnamigen Beratungsunternehmens Kienbaum ConsultantsPR

Nach Monaten im Homeoffice haben sich die Büros in Deutschland seit dem Sommer wieder merklich gefüllt. Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber wollen die Arbeit von zu Hause aber nicht wieder völlig aufgeben und suchen nach neuen Modellen, um Büroarbeit und Heimarbeit zu kombinieren.

Die Flexibilität zwischen Präsenz im Büro und Homeoffice sei die Norm geworden und werde es auch bleiben, sagt Fabian Kienbaum, Chef der gleichnamigen Personalberatung Kienbaum Consultants, im Podcast „Die Stunde Null“. „Die Extreme sind schwierig: Also 100 Prozent Präsenz oder überhaupt keine Präsenz. Viele Unternehmen sind gerade dabei, sich in der Mitte einzurichten.“ Die häufigsten Modelle, die nach Kienbaums Erfahrungen gefahren werden, sind entweder 50:50 oder 60:40, also drei Tage im Büro, zwei Tage zuhause.

Das perfekte Gleichgewicht für alle Mitarbeiter zu finden, sei keine leichte Sache, denn Homeoffice sei „ein hochemotionales Thema“, so Kienbaum. Auf der einen Seite sei es wichtig, die Bedürfnisse der Einzelnen zu berücksichtigen, auf der anderen Seite sei es „eine Frage von Solidarität“ und Teil einer „Vertrauenskultur“, regelmäßig ins Büro zu kommen.

Auch das Geschäft der Personalvermittler ist wieder deutlich belebter. 2020 sprach Kienbaum noch von einem kurzen „Winterschlaf“ der Unternehmen, auch in seine Firma verzeichnete in dieser Zeit Umsatzeinbrüche. „Aber wir beobachten, dass die Mobilität, wirklich neue Aufgaben anzunehmen, noch nicht so ausgeprägt ist“, berichtet Kienbaum, der 2018 an die Spitze der Personal- und Managementberatung gerückt ist.

Beim Jobwechsel seien viele Arbeitnehmer noch zurückhaltend. „Einerseits gibt es einen gewissen Unsicherheitsfaktor in manchen Branchen, andererseits auch ein sehr wohliges Eingerichtetsein“, sagt Kienbaum. „Die Leute überlegen zweimal, ob sie jetzt ein neues Abenteuer suchen.“

Der Kampf um junge Talente sei allerdings wieder voll entbrannt, nachdem der Markt 2020 kurz in einer Schockstarre gewesen sei. Arbeitgeber müssen dabei einiges auffahren, um Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen. Nur gute Gehälter reichten nicht mehr, für „Young Professionals“ zählen auch Themen wie Nachhaltigkeit und Purpose. „Es ist eine Generation, die sich auch darüber definiert, wie sich der Arbeitgeber positioniert“, findet Kienbaum.

Hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • wie oft Fabian Kienbaum selbst ins Büro geht,
  • ob Führungskräfte ihren Stil durch die Pandemie verändert haben,
  • was er von den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP hält.

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