GastbeitragNew Work setzt Haltung voraus

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Eine Umverteilung von Führung geht außerdem einher mit einer echten Umverteilung von Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen. Wer Einfluss auf den eigenen Arbeitsbereich hat, sich für die Themen einsetzen kann, die sie bzw. ihn interessieren und bei denen sie stärkenorientiert arbeiten können, ist motivierter. Wer selbst über ein Problem entscheiden kann, übernimmt mehr Verantwortung. Und wer das große Ganze im Blick hat, weil die Strategie transparent kommuniziert wird, kann weitsichtige, nachhaltigere Entscheidungen treffen und den Unternehmenserfolg im Blick behalten. Selbstorganisation ist damit langfristig eine wichtige Voraussetzung dafür, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Talente wollen selbst entscheiden, sich einbringen und gestalten.

Ohne Haltung funktioniert es nicht

All das klingt nach einem perfekten Szenario und vielleicht auch zu schön um wahr zu sein. Es klingt, als wenn man das auch sofort für sich im Unternehmen haben möchte. Überstürzt sollte es nicht eingeführt werden, denn eine der wichtigsten Voraussetzungen für gelingendes New Work ist die Haltung.

Die Gründe hinter den Entscheidungen spielen eine sehr wichtige Rolle. Wer nur seinen Gewinn maximieren will und dabei kein wirkliches Interesse an den Menschen im Unternehmen hat und keine Kontrolle abgeben kann, kommt auch mit New Work nicht weiter. Viele Initiativen in Unternehmen sind an einer solchen Haltung gescheitert. Das Management muss aufrichtig davon überzeugt sein, dass jeder Mensch tragfähige Entscheidungen zum Wohle des Unternehmen treffen kann, dass jeder Mensch gerne Verantwortung übernimmt, dass man selbst ersetzbar und nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Ohne diese Haltung können Unternehmen nicht mehr lange weitermachen, und jede Initiative für New Work bedeutet dann lediglich, ein Pflaster zu kleben. Letztlich ist sie zum Scheitern verurteilt.

Die Einsicht, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das wertvollste Gut und der entscheidende Erfolgsfaktor für die Unternehmen sind, muss am Anfang stehen. Es geht nicht um Lippenbekenntnisse, sondern darum das Gesagte auch selbst zu leben und in die eigenen Handlungen und Entscheidungen einfließen zu lassen. Denn wie so oft: Der Fisch stinkt halt doch vom Kopf.

Ein sehr schönes Beispiel für einen gelungenen Change-Prozess stellt das Unternehmen Upstalsboom. Nach einer Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit katastrophalem Ergebnis, beschloss das Management etwas zu ändern. Der erste Schritt war der Aufenthalt in einem Kloster. Auch hier begann die  Reise mit einer Änderung der eigenen Haltung.