ManagementNew Work: 2 Tipps für die Arbeit im Homeoffice

Symbolbild: Smartes Home
Symbolbild: Smartes HomeGetty Images

Eine Hausfrau würde beim Begriff „Homeoffice“ wohl in schallendes Gelächter ausbrechen. Auch anderen Heimarbeitern, die nicht über den Luxus eines Arbeitszimmers verfügen, dürfte es schwerfallen, ihr Wohnzimmer oder die Küche als tatsächliches Homeoffice zu betrachten. Der nach Zuhause ausgelagerte Arbeitsplatz – einer der Grundpfeiler der New-Work-Bewegung – ist in erster Linie ein mentales Konzept. Das ist enorm fragil und erfordert tagtäglich neues, bewusstes Engagement des Betroffenen. Von Organisationsfallen ganz zu schweigen. Homeoffice ist easy: Einer der größten Irrtümer über New Work.

Bei New Work soll die Selbstbestimmung und persönliche Entfaltung des Individuums in den Vordergrund treten. Das wird weniger zum passiven Arbeitnehmer, denn zum aktiven Arbeitsempfänger. Frisch, locker, easy soll die neue Arbeitswelt sein. „Du machst das schon“, meint der Chef. Das signalisiert gleichermaßen Vertrauen und Souveränität. Wahr ist aber auch: Beim Homeoffice wird immer Verantwortung auf den Angestellten abgewälzt.

New Work bringt ganz neue Herausforderungen

Das fängt schon bei den Grundlagen an. Meist wird angenommen, dass jeder Mitarbeiter seine Arbeit – sofern die Aufgaben dafür geeignet sind – genau so gut daheim verrichten kann. Dabei lassen Vorgesetzte aber häufig den erheblichen organisatorischen und psychologischen Überbau des Konzepts „Homeoffice“ außer Acht. Wer im Büro einen Durchhänger hat, träumt entweder zum Fenster hinaus oder holt sich beim kurzen Plausch an der Kaffeemaschine mit Kollegen eine mentale Auszeit.

Diese akzeptierten Ausweichmuster fehlen im Homeoffice. Kommen dann noch klingelnde Paketboten, laute Nachbarn oder schlichtweg fehlende Motivation am heimischen Schreibtisch hinzu, wird die vermeintliche Idylle schnell zur Sackgasse – aus der es zudem nach Feierabend kein Entrinnen gibt. Heimarbeiter mit Kindern stehen noch vor ganz Herausforderungen.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Homeoffice liegt im Teamwork. Hier ist besonderes Engagement des Vorgesetzten gefragt.

Tipp #1

New Work ist kein Selbstläufer. So, wie Mitarbeiter nicht ohne gründliches Briefing in eine andere Stadt versetzt werden, entlässt man sie auch nicht ohne Anleitung ins Homeoffice. Ob fundierter Erfahrungsaustausch mit einem Homeoffice-Mitstreiter aus dem eigenen Unternehmen oder ein von außen angeheuerter Coach: Vorgesetzte sollten beim Homeoffice in Sorgfalts-Vorleistung treten, um den Übergang so angenehm wie möglich zu gestalten. Schließlich profitieren sie genau so stark von diesem neuen Arbeitsmodell.

Tipp #2

Aus den Augen, aus dem Sinn – dieses Szenario wird für Homeoffice-Arbeiter oft zur gefürchteten Realität. Vorgesetzte sollten hier besonders darauf achten, den Kontakt mit diesen Mitarbeitern zu halten. Schon ein kurzes Signal per E-Mail oder Slack in regelmäßigen Abständen kann ausreichen, damit sich der Alleinkämpfer weiterhin als Teil des Teams fühlt. Ab und an ist auch ein Gespräch – gern unter vier Augen – angeraten, um Homeoffice-Zwischenbilanz zu ziehen. Wenn der Chef dabei betont, dass dem Mitarbeiter stets der Weg zurück ins Büro offen steht, wird die Heimarbeit immer wieder zur bewussten Wahl und verkommt nicht zum vermeintlichen Exil.

Homeoffice ist kein Kuschelbüro. Heimarbeit ist harte Arbeit. Selbst diszplinierte und organisierte Mitarbeiter werden hier immer wieder vor Herausforderungen gestellt. New Work erlässt im Gegenzug Vorgesetzte und Teamleiter keinesfalls aus einer gewissen Fürsorgepflicht. Nur wenn beide Seiten ihrer Verantwortung gerecht werden, schaffen es Homeoffice und New Work für beide Seiten zum Erfoglsmodell.