Management5 Mythen über moderne Chefs

Symbolbild: Man im Anzug schaut auf sein Handy.
Symbolbild: Manchmal ist Chef sein schwieriger, als man sich vorstellt hatte.

Nach der Beförderung geht die Arbeit erst richtig los. Wer noch nie Chef war, kann von der harten Realität überrascht werden. Wegducken ist da keine Option. Wer sich den Herausforderungen des Daseins als Chef nicht stellt, ist ein schlechter Vorgesetzter und gefährdet die Karriere. Psychologieprofessor Sir Cary Cooper von der University of Manchester und Journalist Stefan Stern haben sich in ihrem Buch „Myths of Management: What People Get Wrong About Being the Boss“ mit dem Thema beschäftigt. Sie warnen frisch gebackene Manager und Managerinnen davor, in Klischees zu verfallen. Zu den größten Irrtümern über Chefs gehören ihrer Ansicht nach:

#1 Chef sein ist hart

Mehr Freiräume, bessere Bezahlung, hohes Ansehen, Fahrer, Business-Class-Flüge, schöne Hotels: Ja, Vorgesetzte müssen wirklich leiden. Klar, der Job bringt große Herausforderungen mit sich. Cooper und Stern warnen aber davor, nach einer Beförderung den Blick für die Verhältnismäßigkeit zu verlieren. Am anderen Ende der Karriereleiter sei das Leben viel härter, mahnen die Experten.

#2 Einfach man selbst sein

Authentizität rechtfertigt niemals Faulheit. Sie wollen einfach Sie selbst bleiben? Dann ist die Chefposition womöglich gar nichts für Sie – es sei denn, Sie wurden als Anführer geboren. Manager und Managerinnen müssen dazu lernen und neue Strategien entwickeln, um ihrer Stellung gerecht zu werden.

#3 Ich habe Visionen

Ambitionierte Strategien und hinreißende Visionen für die Zukunft des Unternehmens sind eine feine Sache. Sie tragen aber wenig bis gar nichts dazu bei, den alltäglichen Ablauf im Betrieb zu gestalten. Vernachlässigen Sie bei allen hochfliegenden Plänen nicht das Handwerk. Ohne das lassen sich auch die cleversten Visionen nicht realisieren.

#4 Ein Mitarbeitergespräch pro Jahr

Cooper und Stern sind keine Freunde von alljährlichen Feedbackrunden im Stile des Jüngsten Gerichts. Sie raten: „Warten Sie nicht das ganze Jahr, um Ressentiments aufzubauen.“ Ein guter Manager oder die gute Managerin befinden sich vielmehr ständig im Gespräch mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

#5 Menschen hassen Veränderung

Mit dieser Ausrede kann sich der neue Chef auf der Arbeit seines Vorgängers ausruhen – und verpasst vermutlich die Chance, sein Unternehmen für die Zukunft zu rüsten. Die Experten meinen: „Menschen können mit Veränderung umgehen. Sie mögen sie vielleicht sogar. Was Menschen nicht mögen, sind unnötige oder dumme Veränderungen, die von oben verordnet werden.“ Wer seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einbezieht und ihnen echte Verbesserungen bietet, braucht neue Wege nicht zu scheuen.