KarriereMorgenroutinen von Managern für Normalsterbliche

Symbolbild: Morgenroutinen erfolgreicher Menschen für Normalsterbliche
Eine eingespielte Morgenroutine kann den Start in einen guten Tag erleichtern.

Morgenroutine bedeutet für normale Menschen: Vom Wecker aus dem Tiefschlaf gerissen werden, Zähne putzen, anziehen, das Haus verlassen. Bei Wirtschaftsbossen wird das Ganze schlagartig symbolträchtig aufgeladen. Ihr Status erhebt ihren morgendlichen Ablauf zu einem sofortigen Erfolgsrezept. Nun wird aber nicht jeder Normalsterbliche wie Richard Branson auf einer karibischen Privatinsel wach oder bekommt vom Butler den Kaffee auf dem Laufband serviert. Trotzdem kann man sich das eine oder andere von Managern und Firmengründerinnen abschauen, um produktiver in den Tag zu starten.

Immer schön realistisch bleiben

J.K. Rowling trifft sprachlich meist ins Schwarze – so auch bei ihrer Reaktion auf die Schlagzeile „Die erfolgreichsten Menschen der Welt beginnen ihren Tag um 4 Uhr“. „Ach, haltet die Klappe“, twitterte die „Harry Potter“-Autorin.

Benjamin Spall hat Morgenroutinen zu seinem Beruf gemacht. Er ist der Gründer der Seite MyMorningRoutine.com. „Im Lauf der vergangenen fünf Jahre habe ich mehr als 300 erfolgreiche Menschen zu ihren morgendlichen Abläufen befragt“, sagte Spall der „New York Times“ für deren „Smarter Living“-Newsletter. Darunter seien Wirtschaftsbosse, Models, Universitätsrektoren, Olympioniken oder Künstler gewesen. Der Experte kam zu dem Schluss: Es existiert nicht die eine Morgenroutine, die für jeden funktioniert. Aber „es gibt bewährte Praktiken, die einige der erfolgreichsten Menschen, mit denen ich gesprochen habe, jeden Tag befolgen“.

Morgenroutinen erfolgreicher Menschen:

#1 Andere Weckzeiten ausprobieren

Die schlechte Nachricht: Ja, die meisten von Spall interviewten Menschen stehen früh auf. Die gute Nachricht: Die durchschnittliche Weckzeit lag bei 6.27 Uhr. Da quälen sich auch viele Nicht-Top-Manager aus dem Bett. Wir tendieren aber aus nachvollziehbaren Gründen dazu, so spät wie möglich aufzustehen. Dass das auch anders funktionieren könnte, kommt einem häufig gar nicht in den Sinn. Erfolgreiche Menschen hingegen sind laut Spall bereit, mit ihrer Weckzeit zu experimentieren – also früher als „nötig“ aufzustehen.

#2 Energiegeladen in den Tag starten

Für erfolgreiche Menschen gibt es zwischen „Schlaf“ und „Rechtzeitig zur Arbeit kommen“ noch einen dritten Faktor, der die Weckzeit bestimmt: ein Freiraum, der dem eigenen Wohlbefinden dient. Die Aufräumexpertin Marie Kondo etwa sagte Spall, dass sie jeden Morgen als Erstes das Fenster weit öffnet und Weihrauch abbrennt. Das klingt dann schon wieder sehr nach Bransons Morgenspaziergang am Karibikstrand. Aber ein Zeitpuffer – und sei er noch so klein – kann die Lebensqualität am frühen Morgen tatsächlich enorm verbessern. Zehn Minuten weniger Schlaf sind kaum der Rede wert. Dafür entschleunigen sie und erlauben es, stressfreier in den Tag zu starten.

#3 Gelassenheit

Wenn die Morgenroutine zur Belastung wird, ist irgendwas falsch gelaufen. „Fast jeder meiner Gesprächspartner betrachtet es nicht als Versagen, wenn sie ihre Morgenroutine ein, zwei oder sogar drei Tage lang ausfallen lassen“, sagte Spall. Wichtig sei nur, dass man so bald wie möglich wieder in den hilfreichen und bewährten Trott zurückfinde.