StudieMitsprache: das unbekannte Arbeitnehmerrecht

Arbeitnehmer wissen oft zu wenig über ihre Rechte, um diese auch wahrzunehmen
Arbeitnehmer wissen oft zu wenig über ihre Rechte, um diese auch wahrzunehmen

Die meisten Menschen in Deutschland wollen am Arbeitsplatz nicht nur Anweisungen befolgen, sondern eigenverantwortlich arbeiten und beteiligt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung mit rund 3.200 Befragten. Mitbestimmungsrechte sind zwar im Betriebsverfassungsgesetz und Gesetzen zur Unternehmensmitbestimmung festgehalten, aber: Arbeitnehmer wissen oft zu wenig über ihre Rechte, um diese auch wahrzunehmen.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse der Studie mit dem Titel „Was Menschen über Mitbestimmung denken“:

# 1: Fehlender Bezug zur Arbeitswelt

Die meisten Befragten verbinden den Begriff Mitbestimmung zum Beispiel die Mitwirkung in einem Verein oder Volksabstimmungen. Nur rund ein Viertel assoziiert damit die Arbeitswelt. Direkt gefragt nach der Mitbestimmung der Arbeitnehmer, denkt rund ein Viertel an den Betriebsrat, ein weiteres Fünftel nennt Gewerkschaften.

# 2: Wunsch nach Gleichberechtigung

Rund 65 Prozent der Befragten sind der Meinung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten gleich viel Einfluss haben. Unter Arbeitern ist der Wunsch nach Mitsprache sogar noch verbreiteter. Skeptisch sehen Mitbestimmung nur Selbstständige, die zugleich Arbeitgeber sind. Auf die Frage, ob Arbeitnehmer mindestens ebenso viel Einfluss haben sollten wie Arbeitgeber, geben sie mehrheitlich ablehnende Antworten.

# 3: Wenig konkretes Wissen

Obwohl die Idee der Mitbestimmung zwar viel Zustimmung findet, wissen viele gar nicht, was konkret damit gemeint ist. So weiß nur rund ein Drittel der Befragten, was ein Betriebsrat genau macht. Etwa 40 Prozent sagen, sie hätten im Betrieb noch nie oder selten davon gehört. Vor allem junge Menschen, mehrheitlich Schüler oder Studenten, verbinden Mitbestimmung nicht mit Betrieb und Unternehmen, sondern mit Demokratie im allgemeineren Sinn.