KarriereMit diesen kuriosen Fragen fordern Personaler Bewerber heraus

Symbolbild Bewerbungsgespräch
Symbolbild Bewerbungsgesprächdpa

Der Januar ist der Monat der Bewerbungen und Vorstellungsgespräche: Nach Angaben der Recruiting-Plattform Glassdoor gehen in diesem Monat 15 Prozent mehr Bewerbungen ein als im Rest des Jahres. Wer bis zum Vorstellungsgespräch durchgedrungen ist, muss auch mit außergewöhnlichen Fragen rechnen, die Personaler im Gespräch stellen. Damit möchten sie die Jobsuchenden aus der Reserve locken und testen, ob ihre Persönlichkeit ins Unternehmensprofil passt.

Grundsätzlich wird zwischen Verhaltensfragen, Schätzfragen und Persönlichkeitsfragen unterschieden. Während Fragen nach dem Verhalten eines Bewerbers darauf abzielen, zu erkennen, ob er ins Teamgefüge zu passen scheint und dem kulturell erwünschten Background entspricht, sind Schätzfragen vor allem in eher technisch oder wirtschaftlich orientierten Berufen gängig. Persönlichkeitsfragen hingegen sollen testen, ob sein Profil den Anforderungen der Stelle entspricht.

Grenzenlose Kreativität bei Fragen im Bewerbungsgespräch

In allen Fragekategorien legen Personaler Kreativität an den Tag. So erfinden sie sowohl außergewöhnlichste Situationen als auch kuriose Schätzszenarien. Welcher Bewerber etwa hat sich schon mal ausführlich Gedanken über den Titel seiner nicht existenten Autobiografie gemacht? (Bosten Consulting) Oder über den Umsatz nachgedacht, der in Japan jährlich mit wieder verwendbaren Essstäbchen gemacht wird? (Bain and Company)

Den Fragen nach der Persönlichkeit eines Bewerbers sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Während Airbus den Glassdoor-Erhebungen nach gern zu Klassikern greift (Wo sehen Sie sich in 30 Jahren?), verlangt das Lebensmittelunternehmen Stollwerck auch mal pure Kreativität: Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie und warum?.

Das Wichtigste: Authentizität

Spontan mal einen Witz erzählen? Das sollen Bewerber bei Jam Reisen. Und BMW feuert gleich mehrere Fragen nach dem theoretischen Verhalten seiner Bewerber raus: Etwa, ob Ihnen Dissens oder Konsens wichtiger ist und was sie im Falle einer geplatzten Verabredung mit den bereits gekauften Kino-Tickets tun würden. Bei Schätzfragen wollen Personaler teilweise einfach das schnelle Denkvermögen testen („Wie viele Grad liegen zwischen dem Minuten- und Stundenzeiger, wenn es 15:15 Uhr ist?“, Altran) oder abfragen, ob der Bewerber seinen Denkprozess gut darlegen kann. So wollte Daimler etwa wissen, wie man bei geschlossener Tür testen kann, ob ein automatisches Licht im Bad tatsächlich ausgeht.

So knifflig diese Fragen auch erscheinen mögen und Bewerber somit verunsichern – oft gibt es kaum eine falsche Antwort. Am wichtigsten ist den Unternehmen ehrliches und authentisches Auftreten. Mit Gedankenspielen verlässt man leicht vorgefertigte Pfade des Gesprächs und spielerische Fragen, so absurd und willkürlich sie auch erscheinen mögen, sind meist nichts weiter als Fragen nach Stärken und Schwächen. Würde man direkt Fragen, erhielte man oft keine authentische Antwort.