KarriereMentoring lohnt sich auch für den Mentor

Symbolbild Mentoring
Symbolbild MentoringGetty Images

Die erfolgreichsten Konzepte bringen beiden Seiten Vorteile. Mentoring stellt da keine Ausnahme dar. Zwar scheint der Wissenstransfer auf den ersten Blick nur dem Protegé zu nutzen. Aber es ist kein Zufall, dass immer mehr Berufstätige ihre Erfahrungen mit der nächsten Generation von Kollegen teilen – und das gern lange, bevor der Ruhestand in Sicht ist. Auf diese Weise fördern gute Mentoren die eigene Karriere gleich mit.

#1 Bestandsaufnahme für den Mentor

Wer einen Berufsanfänger begleitet, zieht zwangsläufig Zwischenbilanz. Welche Strategien haben rückblickend meiner Laufbahn gutgetan, was hätte ich besser machen können? Aus welchen Fehlern habe ich wertvolle Lehren gezogen, welche Reinfälle hätte ich mir hingegen besser gespart? Diese intensive Auseinandersetzung mit dem bisherigen Karriereweg kommt ansonsten im Berufsleben zu kurz. Es sei denn, man hat selbst einen Mentor.

#2 Mentoring schärft den Blick

Die Bestandsaufnahme beim Mentoring führt automatisch zur Frage: Was kommt noch? Da zahlt es sich aus, wenn der Mentor mitten im Arbeitsleben steht. Mentoring sollte kein verbrämtes Programm zur Selbstfindung sein. Aber wer beruflich viel Routine und wenig Sinnerfüllung erlebt, kann als Mentor einen frischen Blick auf Prioritäten und Stärken gewinnen. Dabei hilft es auch, sich mal aus dem Blickwinkel eines Berufsanfängers zu betrachten. Womöglich verhilft dieser Perspektivwechsel zu neuer Wertschätzung für die eigene Lebensleistung.

#3 Mentoring steigert Zufriedenheit

Mentoren sind ausgeglichener und zufriedener. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zweier Forscher von den Universitäten Oxford und Cambridge. Sie berichteten kürzlich in der „Harvard Business Review“ von den Vorzügen des Mentorings auf die mentale Gesundheit von Polizeibeamten. Ihre Befragung von Teilnehmern eines entsprechenden Programms in England und Wales ergab, dass diese Polizisten weniger gestresst waren als ihre Kollegen. Ein Grund: Der Austausch mit den jungen Mitarbeitern wurde geradezu als heilsam empfunden. Die Polizisten konnten in diesem geschützten Rahmen über Ängste sprechen. Etwas, was ansonsten als Eingeständnis von Schwäche empfunden worden wäre.

#4 Mentoring verleiht Beruf Sinn

Die Teilnehmer des Polizei-Mentoringprogramms empfanden ihre Arbeit allgemein zudem als sinnerfüllter. „Du hilfst ihnen. Sie hören nicht immer auf dich, aber es ist befriedigend. Mehr als vieles von dem, was ich aktuell sonst so tue“, sagte ein ranghoher Polizeibeamter über sein Dasein als Mentor. Studien unterstreichen immer wieder die Bedeutung von Sinnhaftigkeit im Beruf. Mentoring kann da ein direkter Weg sein, um Gutes zu tun, daraus Zufriedenheit zu ziehen und vielleicht den Beruf mit neuer Wertschätzung zu betrachten.