KolumneMehr Power ohne den Wahn zur Selbstoptimierung

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#3 Ernährung

Die Binse „Du bist was Du isst“ hat seine Berechtigung. Anstelle von radikalen ad hoc Ernährungsumstellungen oder einseitigen Dauer-Diäten können bereits kleine Veränderungen der Mahlzeiten für mehr Power und Wohlbefinden sorgen. Täglich viel Quellwasser zu trinken und großzügige Portionen regionales, saisonales Obst und Gemüse zu essen, sind ein guter Start.

Wer dazu noch hochwertige Fette und Öle auf den Speiseplan setzt und den eigenen Fleischkonsum reduziert und auf Bio-Anbieter zurückzugreift, spielt der eigenen Gesundheit in die Karten. Anstatt sich aber jeden Genuss verkniffen zu verbieten, lieber ab und an bewusst ein Glas Rotwein, ein Bier, eine Pizza, eine Schokolade oder ein Stück Kuchen genießen.

#4 Stille

Unabhängig von unserem Temperament, selbst extrovertierte Gemüter brauchen hin und wieder Rückzug und innere Einkehr. Anstatt Meditations-Apps zu nutzen oder Klosteraufenthalte zu buchen, können wir tägliches Innehalten zur Selbstoptimierung selbst in einen stramm getakteten Tagesablauf integrieren. Warum nicht die letzte Snooze-Phase vor dem Aufstehen nutzen, um sich im Bett aufzurichten und mit geschlossenen Augen zu überlegen, wofür wir dankbar sind und worauf wir uns am Tage freuen.

Und wer durchschnittlich zehn Stunden am Tag arbeitet, kann von diesen 600 Minuten auch jeweils morgens, mittags und abends eine Minute abknapsen, um sich bewusst auf das Ein- und Ausatmen zu fokussieren. Am besten ist es, die bewusste Entschleunigung als „Termin“ im Kalender einzutragen. Minimaler Aufwand, der mit ein wenig Geduld und Konsequenz unserem Geist ein wohltuendes Ritual für mehr innere Ruhe schenkt und den kognitiven Dauerrausch unterbricht.

#5 Verbindung

Auch Einzelkämpferseelen und einsame Wölfe wollen „gesehen werden“ – persönlich dosierte Nähe tut jedem gut. Neben dem Rückzug brauchen wir ebenso Austausch und Kontakt mit anderen. Ein Feierabendbier mit den Lieblingskollegen, Kinobesuche oder regelmäßige Telefonate mit guten Freuden machen immer Spaß und spenden Kraft in mitunter stressigen Jobphasen.

Anstatt sich in sozialen Netzwerken durch den gefilterten Alltag, uns vermutlich mehrheitlich fremden Menschen zu scrollen oder das eigene Online-Leben fortlaufend optisch zu optimieren, verabreden Sie sich lieber zu echten Gesprächen oder lernen Sie neue Menschen bei Konferenzen, Meet-ups oder Dinner-Abenden kennen. Ein Emoticon ersetzt kein echtes Strahlen in den Augen und kein gemeinsames Lachen.

Viel Spaß bei der Selbstoptimierung!


Lena Wittneben schreibt hier regelmäßig für Capital.de. Sie ist systemischer Coach und Speaker – mehr unter lena-wittneben.de Der wöchentliche Interview Podcast „There is a crack in everything…“ ist gratis auf iTunesSpotify oder ihrer Webseite abrufbar.