ManagementDie 5 größten Zeitfresser in Meetings

#1 Vorstellungsrunde

Zwei Gäste oder neue Köpfe im Raum, da braucht es erst mal eine Vorstellungsrunde. Es ist ja so: Im Grunde kennen sich fast alle, und wer sich nicht kennt, braucht meist nur den Namen (und auch das oft nicht, weil man ihn ohnehin sofort vergisst). Dennoch, sagt der Leiter des Meetings, sollen sich alle „kurz vorstellen“ – fängt mit einem Kurzreferat über seine Geburtsstadt an und endet mit seinem letzten Mittagessen. In der Folge rattern alle ihre Stationen, Haustiere und Lieblingsfarben runter.

(Lebensverschwendungszeit: 30 Minuten)

#2 Ins Boot holen

Die meisten kommen eh zu spät, und Mr. Wichtig kommt immer zu spät. Nachdem man 15 Minuten auf ihn gewartet hat, beginnt man schließlich doch. Nach einer halben Stunde erscheint er, dramatisch außer Atem und das Smartphone noch in der Hand. Was macht sein Adlatus in der Runde? Klar: Ihn ins Boot holen. „Lassen Sie uns noch kurz Herrn Müller ins Boot holen“. Bedeutet: Meeting geht von vorne los. Manchmal sogar mit erneuter Vorstellungsrunde.

(Lebensverschwendungszeit: 30 bis 60 Minuten)

#3 Laptop oder iPad anschließen

Die Technik wird immer besser, sicher. Apple, Amazon, Google. Facebook. Alles toll. Alexa, Siri, Cortana – super. Flatscreens statt Leinwand! Alles vernetzt und smart. Gaaanz toll! Aber irgendwo, vermutlich unter der Erdkruste, muss es auch ein Start-up geben, dass sich auf die Sabotage von Anschlüssen spezialisiert hat.

(Lebensverschwendungszeit: 20 Minuten)

#4 Kurz mal telefonieren

Wer cool ist, legt sich seine „Calls“ in Meetings. Er lässt das Ding laut summen und vibrieren, schaut drauf, legt es wieder hin, nimmt es dann doch in die Hand und geht wild fuchtelnd aus dem Raum. Seine stummen Lippenbewegungen bedeuten: „Macht ohne mich weiter.“ Wenn er zurückkommt, muss man ihn oft: ins Boot holen. Immerhin ohne erneute Vorstellungsrunde.

(Lebensverschwendungszeit: 20-40 Minuten)

#5 To-dos fürs nächste Treffen definieren

Nachdem das Meeting, dass wie immer laaaaaaangweilig war, eigentlich vorbei ist, nachdem die meisten aus ihrem Winterschlaf erwacht und ihre präfossile Sitzerhaltung verlassen haben; nachdem alle also sehnsüchtig nach Freiheit streben wie Tim Robbins in „Die Verurteilten“ und fast die rettende Tür erreicht haben – ertönt oft noch eine Stimme: „Eine Sache noch….“ Klar, das nächste Meeting, und dafür braucht es natürlich die To-dos. Meist muss man sich dann nochmal hinsetzen, Kalender auf Smartphones werden durchwischt, Moleskine-Notizbücher geöffnet, es wird gestöhnt und gemurmelt, ob wohl alle nur noch raus wollen. Immerhin: Keiner muss mehr ins Boot geholt werden – und keiner sich mehr den anderen vorstellen.

(Lebensverschwendungszeit: 10 Minuten)