Management3 Methoden für den Erfolg durch Demotivation

Demotivierte Mitarbeiter sind die produktiveren. Sie müssen sich Erfolg erkämpfen
Demotivierte Mitarbeiter sind die produktiveren. Sie müssen sich Erfolg erkämpfenGetty Images

Die Kunst der Demotivation“ von E.L. Kersten ist ein Klassiker. Auch wenn das Buch vor mehr als zehn Jahren erschienen ist, hat es nichts an Aktualität verloren. Darin räumt der ehemalige Professor für Organisationskommunikation an der Universität von Südkalifornien mit dem Mythos der Mitarbeitermotivation gehörig auf. Kerstens These: Höchstleistung erreicht man durch Demotivation, nicht durch Anerkennung. Der Mitarbeiter ist nicht mehr als das „Humankapital“ eines Unternehmens, ein Kostenfaktor.

Laut Kersten sind Mitarbeiter oft faul, aufsässig und eine Fehlerquelle. Dem Mitarbeiter das Gefühl zu geben, er sei wichtig für die Firma, sei genau das falsche Signal, das in maßloser Selbstüberschätzung mündet. Also sei es wichtig, dem Mitarbeiter klarzumachen, dass er austauschbar ist. Viele Mitarbeiter beschäftigen sich mit Intrigen, boykottieren die Unternehmensziele, beschweren sich dauernd über Kleinigkeiten und fordern auch noch ständig mehr Geld. Um das Optimum aus den Mitarbeitern herauszukitzeln, empfiehlt Kersten drei einfache Methoden:

#1 Selbstzweifel schüren

Demotivierte Mitarbeiter sind nach Kersten weniger zufrieden, forderten weniger Anerkennung und seien somit produktiver. Warum? Ganz einfach: Die Selbstzweifel machten sie ehrgeiziger.

#2 Niedriges Gehalt

Wer ein gutes Gehalt bekommt, ist schnell satt. Er glaubt ausgesorgt zu haben. Warum sich einsetzen, wenn man doch schon alles erreicht hat. Kersten spricht sich deshalb für konsequent niedrige Gehälter aus.

#3 Druck, Druck, Druck

In dem Versuch, Mitarbeiter durch Lob und Anerkennung zu motivieren, sieht Kersten eine Verhätschelung der Umgangsformen. Arbeitnehmer sind keine Kinder mehr. Grundlage der Zusammenarbeit sei ein Arbeitsvertrag, der ein einfaches Geschäft regelt: Geld gegen Arbeit. Und so hätten die Mitarbeiter auch Anweisungen zu folgen und sie nicht zu hinterfragen.

Sie finden die Thesen von Kersten absurd? Genau das wollte er erreichen. Sein Buch  wurde nach Erscheinen kontrovers diskutiert. Im Management fand es viele Befürworter. Damit hatte Kersten sein Ziel erreicht. Er wollte eine Debatte anstoßen über die boomende Branche der Motivationskünstler, die bisweilen absurden Forderungen der Arbeitnehmer, aber vor allem dem teils menschenverachtenden Management einen Spiegel vorhalten.

Einen Hinweis auf Satire enthält das Buch nicht, außer den zweiten Schutzumschlag, der mitgeliefert wurde, damit Chefs das Buch auch vor ihren Angestellten lesen können. Er trägt den Titel: Ethik, Integrität und Aufopferung am Arbeitsplatz.

Viele Studien haben bewiesen, dass natürlich Motivation und zufriedene Mitarbeiter der Schlüssel zum langfristigen Erfolg eines Unternehmens sind. Trotzdem haben das viele Vorgesetzte immer noch nicht verinnerlicht. Das National Business Research Institute in Texas hat untersucht, mit welchen Fehlern Manager ihre Mitarbeiter demotivieren. Hier lesen Sie die größten Todsünden.