KarriereDiese Firma kündigt für Sie

Ein Mann mit einem Koffer geht durch eine Tür
Symbolbild KündigungGetty Images

Der Firmenname sagt alles: Exit. Die Grundschulfreunde Toshiyuki Niino und Yuichiro Okazaki haben mit ihrer ungewöhnlichen Dienstleistung weltweit für Aufsehen gesorgt. Denn ihr 2017 gegründetes Start-up Senshi bietet mit Exit einen Service, den sich viele Arbeitnehmer wohl heimlich schon einmal gewünscht haben. Diese Firma kündigt für ihre Kunden den Job.

Zahlen für Kündigung

Der Service ist nicht billig. Ein festangestellter Arbeitnehmer muss 50.000 Yen (386 Euro) entrichten, wie die Zeitung „The Japan Times“ berichtete. Bei einem Teilzeitjob werden für die Kündigung 40.000 Yen (309 Euro) verlangt. Wer auch die neue Anstellung von Exit kündigen lassen möchte, erhält knapp 80 Euro „Treuebonus“.

Die Preise erscheinen hoch, aber die Nachfrage scheint da zu sein – zumindest in Japan. Binnen eines Jahres hat Exit laut dem Bericht landesweit rund 700 bis 800 Klienten zum beruflichen Neustart verholfen. Eine Kündigung sei oft niederschmetternd und mit viel Ärger verbunden, erklärte Mitbegründer Niino den Erfolg. Seine Firma nehme den Kunden diese emotionale Last ab.

Schlechte Nachricht für Arbeitgeber

Interessenten wenden sich online an Exit. Wurde ihr Antrag angenommen, informiert Exit den Arbeitgeber über die Kündigung. Oft ist damit die Botschaft verbunden, dass der Klient gar nicht mehr zur Arbeit erscheinen wird. Exit leitet auch bestimmte Anliegen weiter, etwa, wenn es um ausstehende Lohnzahlungen geht. Die Firma hält sich aber aus arbeitsrechtlichen Streitfällen heraus. „Wir sind ausschließlich der Bote“, sagte Okazaki.

Manche Arbeitgeber fühlen sich durch die Kündigung per Exit brüskiert und fordern, direkt mit dem ehemaligen Angestellten zu kommunizieren, wie die Zeitung berichtete. Am Ende hätten aber bislang alle die Kündigung akzeptiert. Die gütliche Trennung sei doch eigentlich etwas Positives, meinte Niino. „Sie ist auch gut für die Firmen. Angestellte, die über eine Kündigung nachdenken, sind meist nicht sonderlich produktiv.“