KarrieresprungDie größten Fehler nach der Beförderung

Ein junger Mann freut sich über seine Beförderung
Ein junger Mann freut sich über seine Beförderungdpa

Eine Beförderung ist immer ein Vertrauensvorschuss. Die Vorgesetzten kaufen in gewisser Weise die Katze im Sack. Zwar stehen die Chancen gut, dass ein hervorragender Mitarbeiter auch die neuen Aufgaben kompetent angehen wird. Wie erfolgreich eine Beförderung (inklusive der damit verbundenen Investitionen) ist, zeigt sich aber erst nachträglich. Das liegt auch an den zahlreichen Fallen, die nach dem Karrieresprung lauern. Dies sind einige der größten Fehler, die man nach der Beförderung begehen kann.

#1 Kopflos hineinstürzen

Erst kommt die Freude, dann der Tatendrang – schön, so soll es nach einer Beförderung sein. Aber nehmen Sie sich Zeit für eine kurze Bilanz. Verabschieden Sie sich von dem alten Job. Rekapitulieren Sie, was Sie während dieser Station der Karriere gelernt haben, woran Sie noch arbeiten müssen und welche Fähigkeiten Sie in der neuen Position erwerben möchten.

#2 Bodenhaftung verlieren

Bei manchen Menschen wirkt die Beförderung wie Alkohol: Sie bringt die unangenehmen Seiten ihrer Persönlichkeit zum Vorschein. Doch selbst Nicht-Blender können nach einer großen Beförderung vorübergehend die Bodenhaftung verlieren. Da wird schnell mal überheblich auf die ehemaligen Kollegen herabgeschaut. Triumph-Feiern zu „We are the Champions“ sind okay, sollten aber auf die eigenen vier Wände beschränkt werden.

#3 Kaltstart

Eine Beförderung geschieht selten von jetzt auf gleich. Meist hat man darauf hingearbeitet und einige Wochen Zeit, ehe die neue Stelle angetreten wird. Diese Übergangsphase ist nicht zum Ausruhen da. Auch sollte hier nicht der gesammelte Resturlaub des Vorjahres eingeschoben werden. Stattdessen heißt es: Büffeln, pauken, Überstunden schieben. Sensibilisieren Sie sich für etwaige Gefahrenquellen. Bereiten Sie Strategien vor, um ihnen zu begegnen oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Gehen Sie den neuen Job an wie eine Reise in ein fernes Land: Vorbereitung ist alles. Wer am ersten Morgen im neuen Job zumindest theoretisch kein klares Bild von den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen des Tages hat, startet mit einem selbstverschuldeten Handicap.

#4 Unklare Verhältnisse

Eine Beförderung bedeutet vielleicht, dass man zum Vorgesetzten wird. Hier ist es für beide Seiten ungemein hilfreich, wenn die neue Chefin zu Beginn klare Ansagen macht. Dabei sollte es nicht nur darum gehen, was sie von ihren Mitarbeitern erwartet. Fast noch wichtiger ist es, dass die Angestellten wissen, woran sie sind. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um Parameter der Zusammenarbeit zu formulieren: Wie ansprechbar wollen Sie als Chefin sein, wie viel Selbstständigkeit erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?

#5 Scheitern verleugnen

Manchmal war eine Beförderung schlicht ein Fehler. Daran muss niemand schuld sein. Vielleicht war die Lernkurve einfach zu steil, womöglich haben sich ungeahnte Probleme ergeben, eventuell ist der Beförderte den Aufgaben schlicht doch nicht gewachsen. Oder man stellt fest: Plötzlich verwaltet man nur noch, anstatt die Arbeit zu tun, die man wirklich liebt. Wenn man sich auch viele Monate später in die alte Stelle zurücksehnt und jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Arbeit geht, ist es vielleicht an der Zeit für den mutigsten Schritt der Karriere – den Schritt zurück. Das ist kein Scheitern. Denn nun ist man sicher: Ich habe bereits meinen Traumjob.