KarriereSo klappt es mit der Gehaltsverhandlung

Ein Mann mit Anzug unterhält sich mit einer Frau
Gespräch mit dem Chef: Wenn Sie mehr Geld wollen, sollten Sie gut vorbereitet in die Verhandlung gehenGetty Images

Über Geld spricht man nicht – dieser in Deutschland immer noch weitverbreitete Verhaltenskodex macht die Gehaltsverhandlung oft besonders unangenehm. Viele Arbeitnehmer werden das Gefühl nicht los, sich fast für ihre Lohnforderungen entschuldigen zu müssen. Dementsprechend nervös gehen viele Betroffene in das Gespräch mit dem Chef oder der Vorgesetzten. Eine gute Strategie kann sich da buchstäblich auszahlen.

Das ZDF-Wirtschaftsmagazin „WISO“ hat kürzlich Tipps für Berufsanfänger und erfahrene Mitarbeiter zusammengestellt. Wer sich neu auf eine Stelle bewirbt, sollte demnach diese Ratschläge beherzigen:

  • In der Regel wird erst im zweiten Bewerbungsgespräch über die Bezahlung gesprochen. Greifen Sie das Thema erst dann selbst auf, wenn der Gesprächspartner es bis zum Ende des Treffens nicht angeschnitten hat.
  • Bleiben Sie bei der Gehaltsforderung realistisch und informieren Sie sich gründlich über das aktuelle Gehaltsniveau in Ihrer Branche und für Ihren Grad an Berufserfahrung.
  • Nennen Sie bei der Gehaltsvorstellung stets einen konkreten Betrag. Der bleibt im Gedächtnis haften und erhöht die Chance, am Ende nicht zu sehr vom Wunschgehalt entfernt zu sein. Bei einer Spanne wird Ihr Gegenüber die Untergrenze als Richtwert nehmen.
  • Beschreiben Sie im Gespräch möglichst detailliert jene Qualifikationen, die für das Unternehmen relevant sind. Unterstreichen Sie Ihren konkreten Nutzen für die Firma.

Erfahrenen Mitarbeitern, die eine Gehaltserhöhung wünschen, ist mit diesen Ratschlägen geholfen:

  • Überfallen Sie Ihren Chef nicht mit einem Gehaltsgespräch. Vereinbaren Sie persönlich einen Termin konkret zu diesem Zweck. So kann sich der Vorgesetzte vorbereiten und sich dabei auch Ihre Vorzüge in Erinnerung rufen.
  • Vor dem Gespräch ist es Zeit für eine Bilanz und eine Prognose. Schreiben Sie auf, was Sie in den vergangenen Jahren geleistet haben und welche weiteren Aufgaben Sie in der nächsten Zeit vielleicht übernehmen würden.
  • „WISO“ rät dazu, keine privaten Gründe für den Lohnwunsch anzuführen. Wer aber zum Gehaltsentscheider ein gutes oder gar freundschaftliches Verhältnis pflegt, mag gegebenenfalls mit dem Verweis auf geänderte persönliche Umstände (zum Beispiel Nachwuchs, Trennung) die Erfolgschancen erhöhen. Im Vordergrund haben aber immer die beruflichen Leistungen zu stehen.
  • Auch bei erfahrenen Mitarbeitern muss der Gehaltswunsch realistisch bleiben. Versuchen Sie herauszufinden, was andere Beschäftigte in vergleichbaren Positionen in Ihrer Branche verdienen. Kollegen direkt auf deren Gehalt anzusprechen, ist dabei aber keine gute Strategie.
  • Vorsicht ist geboten, wenn der Chef statt einer Gehaltserhöhung mit Tankgutscheinen, Diensthandy oder Kindergartenzuschuss winkt. Geldwerte Sachbezüge über 44 Euro monatlich müssen nämlich versteuert werden.

2016 lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst in Deutschland übrigens bei 3700 Euro (Frauen: 3528 Euro , Männer: 3898 Euro).