BilderstreckeDas ist der Nachwuchs der Finanzbranche

Jutta Steiner, 35, Parity Technologies, Gründerin und CEO
Jutta Steiner, 35, ist Gründerin und CEO der Blockchain-Firma Parity Technologies. Parity Technologies

Zum elften Mal zeichnete Capital die „Junge Elite – Top 40 unter 40“ aus. Zu ihnen zählen viele junge Talente aus der Finanzbranche. Dazu gehört Stefan Hoops. Der 38-Jährige ist ein Mensch, dessen Tag 30 Stunden haben muss: weltweiter Chef einer der wichtigsten Sparten im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank, Tausende Mitarbeiter und Kunden, permanent unterwegs, in Frankfurt Familie und drei kleine Kinder, und dann auch noch sportversessen: Ausdauer und Kraft, etwa Boxen. Hoops zeichnet aus, dass er nicht nur in Zahlen denkt, sondern auch die politische Dimension seiner Branche sieht.


Das ist der Nachwuchs aus dem Finanzsektor:


Unbestechlichkeit, Aufrichtigkeit und Integrität – diese Werte will Katharina Weghmann der Wirtschaft beibringen. Kein einfaches Unterfangen angesichts zahlreicher Korruptions- und Betrugsfälle. Die Finanzkrise 2008 war das einschneidende Ereignis für die ehemalige Werberin. Sie zog nach New York, studierte Ethik und biss sich die Zähne aus bei dem Versuch zu erforsche, was Banker aus der Finanzkrise gelernt haben.

Sie promovierte dann stattdessen über Whistleblower und stellte unter anderem fest, dass 80 Prozent von ihnen bei Skandalen zunächst intern Alarm geschlagen hatten. „Alle wollten den Organisationen helfen“, sagt sie. „Und sie waren so verzweifelt, dass einfach niemand zugehört hat.“ Ihr Wissen zum Thema setzt sie mittlerweile bei Ernst & Young ein. Der Wirtschaftsprüfungskonzern holte sie in den Bereich für Betrugsaufklärung, 2018 wurde sie Associate Partner. Ihre Mission bleibt: mehr Moral in der Wirtschaft.

Eine digitale Währung – dezentral, transparent, revolutionär

Ein weiteres Beispiel für den Nachwuchs in der Finanzbranche ist Marco Streng. Als Mathe- und Physikstudent in München hörte Streng 2011 das erste Mal von Bitcoin. Er war elektrisiert: eine digitale Währung, dezentral, transparent, revolutionär. Und das Beste: Man konnte damit Geld verdienen. Wer hilft, das Transaktionsregister hinter Bitcoin – die Blockchain – fortzuschreiben, wird selbst mit Bitcoins belohnt. Dieses sogenannte Mining aber ist rechenintensiv und wird von Jahr zu Jahr aufwendiger.

Erst schürfte Streng nebenbei auf seinem Laptop, dann machte er ein Business daraus (und schmiss das Studium). Ende 2013 wurde Genesis Mining gegründet, heute versammelt die Firma geschätzt zehn Prozent der global verfügbaren Rechenpower für neue Bitcoins. In Island betreibt Genesis die größte Mining-Farm der Welt – und soll der größte Einzelverbraucher von Strom auf der Insel sein. Die Rechenkapazitäten vermietet Streng an inzwischen zwei Millionen Kunden weiter. Weil er so stetig Umsätze generiert, macht das sein Geschäft deutlich weniger anfällig für die extremen Schwankungen der Kryptomärkte.