KarriereSo erkennt man, ob man den richtigen Job hat

Passt der Job noch?
Passt der Job noch?dpa

Viele Menschen schlittern mehr oder minder zufällig in ihren Job hinein. Nicht selten wird aus einem beliebig ausgesuchten Werkstudentenjob eine Karriere fürs Leben. Da sind Zweifel über die Berufswahl irgendwann programmiert. Aber auch, wer seinen Traumjob aus Kindertagen ergriffen hat, steht womöglich nach einigen Jahren vor der Frage: Will ich das tatsächlich bis zur Rente machen? Da hilft ein Blick auf diese Fragen. Sie zeigen, ob man den richtigen Beruf hat.

1. Gehen Sie gern zur Arbeit? Wie sieht die Stimmung zur Mittagspause aus?

Wer brutal vom Wecker aus dem Schlaf gerissen wird, braucht schon einen Traumjob, um keine Ressentiments zu hegen. Die Frage „Gehen Sie gern zur Arbeit?“ kann deshalb schnell ein zu negatives Bild ergeben. Stellen Sie sich die Frage aber noch mal zur Mittagspause und vergleichen Sie das Ergebnis mit der Einschätzung von der Bettkante. Ist hier kein positiver Trend zu erkennen, kann das tatsächlich ein Alarmsignal sein.

2. Falscher Job oder falscher Chef?

Der schönste Beruf kann durch einen schlechten Chef zum Albtraum werden. Umfragen zeigen immer wieder, dass viele Menschen weniger wegen der Firma, sondern eigentlich bei ihrem Vorgesetzen kündigen. Lassen Sie es nicht zu, dass der Ihnen den Beruf an sich vermiest. Was stört Sie aktuell an Ihrem Job und wer oder was ist dafür verantwortlich? Hat Ihnen der Beruf während der Ausbildung noch Freude bereitet? Deutet alles auf den Boss als Störquelle hin, kann ein neuer Arbeitgeber die Lösung bringen.

3. Richtiger Job, aber falsches Format?

Der Beruf besteht nicht nur aus Fachqualifikationen. Er wird durch eine Vielzahl von Begleitfaktoren geprägt. Die meisten hängen davon ab, ob man angestellt oder selbstständig ist. Beide Formate haben ihre Vor- und Nachteile. Bei ausgeprägter persönlicher Präferenz kann die falsche Art der Berufstätigkeit die Jobwahl an sich infrage stellen. Manchmal kommt es auf einen Versuch an. Wer dachte, unbedingt die Sicherheit einer Festanstellung zu brauchen, stellt womöglich fest: Als Selbstständige gefällt mir mein Job viel besser. Im Gegenzug blüht ein freier Kollege mit bezahlten Urlaubs- und Krankheitstagen vielleicht erst richtig auf.

4. Wie beschreiben Sie Ihren Job?

Meist erledigen wir unsere Arbeit einfach und denken nicht groß darüber nach, was genau eigentlich dazu gehört. Bei chronischer Unzufriedenheit mit dem Job ist eine solche Bestandsaufnahme aber nötig. Erklären Sie einer Freundin, die keine Kollegin ist, mal ausführlich, was Sie den ganzen Tag über so machen. Beschreiben Sie, welche Tätigkeiten am meisten nerven und was die größte Zufriedenheit bringt.

5. Geben Sie Ihrem Beruf eine Chance

Aus der Bestandsaufnahme folgt womöglich die Erkenntnis: Der Job an sich nervt gar nicht. Es ist die Begleitmusik (Organisation, Bürokratie, Buchhaltung, Qualitätskontrolle), die Nerven kostet und die Freude am Beruf schmälert. Prüfen Sie, wie sich die Störfaktoren minimieren lassen. Können Sie Aufgaben delegieren, Bürokratie eindämmen, sich externe Hilfe leisten, Freiräume für die eigentliche Arbeit schaffen? Womöglich zeigen bereits kleine Veränderungen große Wirkung. Vielleicht sind auch größere Anstrengungen nötig. Die Antwort „Ich liebe meinen Job“ ist es aber allemal wert.