Thema48 Stunden bis zur Pleite

Vor fünf Jahren brach die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammen. Die Pleite erschütterte die Finanzwelt rund um den Globus. In unserem Video zeichnet Capital-Autor Jens Brambusch die Rettungsversuche nach, die letztlich vergeblich waren. In Erinnerung geblieben sind Bilder von Mitarbeitern, die mit Kartons das Bankgebäude verlassen. Es ist das Bild der Finanzkrise, die beinahe zum Kollaps der Weltwirtschaft geführt hätte.

Hat die Welt etwas gelernt aus der Pleite? Wer Menschen auf der Straße fragen würde, dem würde oft ein Nein entgegenschallen: Die Banker zocken wieder. Die Wall Street ist genauso mächtig wie zuvor. Die Schulden steigen. Die nächsten Blasen pumpen sich auf. Abgesehen davon, dass das Wort „Krise“ keiner mehr hören kann.

Doch so einfach ist die Bilanz fünf Jahre nach dem Untergang von Lehman Brothers nicht. Die Welt ist zwar nicht besser, aber zumindest reifer, sogar klüger geworden. Sie wird die nächste Krise nicht verhindern, aber vielleicht besser in den Griff kriegen können. „Der Instrumentenkasten, der nach Lehman im Krisenmanagement eingesetzt wurde, wird ein Referenzpunkt für die Zukunft bleiben“, sagt Barry Eichengreen, Professor an der University of California, Berkeley. So wie die Große Depression in den USA Referenzpunkt für 2008 war.

Bad Banks, Konjunkturpakete, Liquiditätsspritzen, Staatsanleihenkäufe, Verstaatlichungen, Kurzarbeit – die Menschheit hat ziemlich viel durchgemacht, gelitten und gelernt, erfunden und erschaffen. Das ist wertvoll, das bleibt. Es sind Blaupausen für die Lehrbücher der Zukunft. Das Einzige, was wohl naiv war, dass man glaubte, nach 2008 auch die Gier abschaffen zu können.

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Foto: © Reuters