Management10 Tipps für den perfekten Vortrag

Eine Frau spricht in ein Mikrofon
Sicherer Auftritt: Vorbereitung ist bei Vorträgen sehr wichtig
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Christopher Kabakis ist Experte für Storytelling und Präsentieren im TED-Stil. Der Gründer des Infinity Instituts arbeitet als Business & Speaker Coach.

 


1. Auf eine Idee konzentrieren

TED Talks sind ideenzentrierte Vorträge und nicht nur Aufzählungen von Zahlen, Daten und Fakten. Im Kern jedes TED Talks steht eine Idee, die es wert ist, geteilt zu werden, die uns direkt oder indirekt Hoffnung oder Zuversicht gibt, dass die Welt ein Stück weit besser werden kann. Fragen Sie sich also bei der Vorbereitung Ihres Vortrags: Was ist meine „idea worth spreading“? Ist sie neu, relevant, unerwartet? Wie kann ich sie lebhaft und effizient ausdrücken? Formulieren Sie Ihre Idee in einem Satz.

2. Das Publikum inspirieren

Fokussieren Sie sich auf das Publikum: Was sollen die Zuhörer nach Ihrem Vortrag denken, was sollen sie fühlen, und was sollen Sie danach tun? Dies wird Ihnen helfen, Ihre Idee zu schärfen und die emotionale Wirkung im Blick zu behalten, die Ihr Vortrag generieren muss, damit sie wirklich eine Veränderung beim Publikum auslösen kann.

3. Idee strukturieren

Machen Sie sich mit der grundlegenden Struktur von Argumentation vertraut (Deduktion, Induktion) sowie mit einigen Grundmustern von Geschichten (wie z.B. der Heldenreise). Welche Struktur und welche Storyline könnte zu Ihrer Idee passen? Ein guter Vortrag nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise.

4. Idee mit Fakten füttern

Als nächstes denken Sie an das Beweismaterial für Ihre Idee – welche Daten (inklusive Fakten und Zahlen) haben Sie, welche Geschichten können Sie erzählen, welche Beispiele geben, welche Zitate einbinden? Fallen Ihnen Analogien und Metaphern ein, die das Verständnis und die Aufnahme Ihrer Idee fördern könnten? Sammeln Sie alles und stellen Sie sicher, dass Sie für jeden Punkt, den Sie im Vortrag machen, unterschiedliche Arten von Nachweisen haben.

5. Visualisieren Sie Fakten

Präsentieren Sie Ihre Daten und Fakten auf fesselnde Art und Weise – visuell, kurzweilig, auf den Punkt. Sagen Sie, was Sie sagen müssen, aber nicht mehr als nötig, so dass Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer nicht unnötig strapazieren. „Visuell“ bedeutet nicht nur das Zeigen von bildhaften Folien. Auch Ihr Körper ist Teil des visuellen Eindrucks des Publikums, ebenso Requisiten, die oft hocheinprägsam sind. Jill Bolte Taylor nutzte für ihren TED Talk 2008 ein echtes Gehirn auf der Bühne zur Illustration ihrer Geschichte – wer dies einmal gesehen hat, wird die Szene nicht mehr vergessen können.

6. Stark einsteigen

Sie müssen dem Publikum einen Grund geben, mit Ihnen auf die Reise zu kommen. Deshalb ist der Einstieg Ihres Vortrags entscheidend. Warum ist es relevant für die Zuhörer, Ihnen ihre Aufmerksamkeit zu schenken, warum ist es die Zeit wert? Starten Sie beispielsweise mit einer starken Frage oder einer ungewohnten Beobachtung. Vielleicht ist es möglich, mit einer persönlichen Geschichte zu beginnen, die illustriert, warum das, was Sie heute erzählen, so wichtig ist?

7. Rhetorisch überzeugen

Stil und Tonfall Ihres Vortrags sollte Gesprächscharakter haben. Besonders, wenn man vorher ein Redemanuskript erstellt, fällt man beim Vortrag schnell in ein Schriftdeutsch, das Distanz herstellt. Nutzen Sie hingegen persönliche Pronomina (Sie, ihr, wir, ich…), bauen Sie rhetorische und echte – interaktive – Fragen ein, und halten Sie die Satzlänge kurz. Sprechen Sie das Publikum direkt an. Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einem guten Freund sprechen (auch wenn Sie die Zuhörer siezen).

8. Glaubwürdigkeit etablieren

Dies geht weit über den Redeanlass hinaus, denn Sie werden bereits vor Ihrem Auftritt auf der Basis aller öffentlich und sozial verfügbarer Informationen vom Publikum bewertet. Was ist über Sie oder von Ihnen on- und offline geschrieben? Was sagen Leute über Sie? Wie werden Sie vor Ihrem Vortrag angekündigt und vorgestellt? Wenn Sie dann einmal auf der Bühne sind: Wie vermitteln Sie dem Publikum Ihren Ethos? Reden Sie ehrlich, offen, auf Basis Ihrer persönlichen Erfahrung. Teilen Sie Hochs und Tiefs und zeigen Sie sich menschlich. Legen Sie Interessenskonflikte offen. Über Ihren Vortrag hinaus: Sagen Sie, was Sie tun, und dann tun Sie, was Sie sagen.

9. Seien Sie vorbereitet

Je kürzer Ihr Vortrag, desto mehr Vorbereitungszeit brauchen Sie. 30 Minuten sind schwieriger als 60 Minuten, und 10 Minuten schwieriger als 30 Minuten. Denn dann müssen Sie sich auf Ihre eine, vereinigende Idee konzentrieren und alles Überflüssige eliminieren. Und dazu müssen Sie erst einmal identifizieren, was essentiell ist und was überflüssig. Schließlich müssen Sie die Disziplin haben, nicht abzuschweifen oder die Dinge unnötig zu verkomplizieren. Holen Sie sich deshalb Feedback von Mitgliedern Ihrer Zielgruppe oder von einem Coach ein. Und üben Sie Ihren Vortrag mehrmals, zunächst alleine, dann vor Freunden und Familie, dann vor anderen Zuhörer-Gruppen.

10. Geben Sie alles

Genießen Sie den Prozess und sehen Sie jeden Vortrag als Übung. Versuchen Sie bei jeder Präsentation, die Sie geben, etwas Neues zu lernen. Sehen Sie jeden Vortrag als Übungsangelegenheit für den nächsten Vortrag, während Sie gleichzeitig versuchen, den besten Vortrag zu halten, den Sie je gehalten haben. Dieser Ansatz entlastet Sie von unnötigem Druck, während Sie gleichzeitig Ihre Ambitionen zu lernen und besser zu werden wach halten – auch wenn Sie schon ein erfahrener Speaker sind.