ImmobilienDer neue Trend zu kleineren Büroflächen

Mehr Homeoffice: Können Büroflächen verkleinert werden um Mietkosten zu sparen?imago images / photothek

Die Büroarbeitswelt hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie verändert. Mit der zunehmenden Normalisierung der Arbeitsprozesse im und aus dem Homeoffice heraus, stellt sich für Unternehmen auch die Frage, ob Büroflächen möglicherweise verkleinert werden könnten, um Mietkosten zu sparen. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hat dazu die Studie „Mehr Home, weniger Office: Wann sich eine Flächenoptimierung für Nutzer rechnet“ erstellt.

In diese flossen folgende Umfrageergebnisse ein:

  1. Im Durchschnitt rechnen die Arbeitgeber mit einem Anstieg der Homeoffice-Tage um 65 Prozent im Vergleich zum Niveau vor der Krise.
  2. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer halten für eine Umstellung auf noch mehr Homeoffice Investitionen für erforderlich. Im Schnitt verfügt etwas mehr als die Hälfte der Belegschaft (57 Prozent) über die notwendige technische Ausstattung. Arbeitgeber rechnen mit Investitionen von durchschnittlich 950 Euro pro Mitarbeiter. Hinzu kommen Kosten etwa für Meetingräume und flexibles Desk Sharing am Arbeitsplatz. Die anstehenden Umbaumaßnahmen beziffern die Arbeitgeber auf durchschnittlich 220 Euro pro Quadratmeter.
  3. Ein Großteil der Unternehmen geht bei gleichbleibender Mitarbeiterzahl innerhalb der nächsten drei Jahre von einem Büroflächenabbau aus: 45 Prozent rechnen mit einem Abbau von bis zu 15 Prozent, 38 Prozent mit einem Abbau von 16 bis 30 Prozent. Daraus lässt sich ein durchschnittlicher Abbau von rund 20 Prozent ableiten.

Befragt wurden 100 deutsche Arbeitgeber und 500 deutsche Arbeitnehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistung von August bis September 2020. Auf ihren Aussagen basierend wurden – verkürzt beschrieben – diese drei Szenarien entwickelt:

# 1 Das Mietszenario

Der Studie zufolge lohnt sich ein Flächenabbau im Mietszenario bereits ab einer Reduktion um acht Prozent. Bei einer Verkleinerung um 20 Prozent ergibt sich eine Kostenersparnis von acht Prozent in den ersten zehn Jahren. Bei einem Flächenabbau um 20 Prozent sollten die Kosten für Umbaumaßnahmen allerdings nicht mehr als 630 Euro pro Quadratmeter betragen, und der Mietvertrag sollte keine längere Restlaufzeit als neun Jahre haben.

# 2 Eigentumsszenario mit Vermietung an Dritte

In diesem Szenario lohnt sich ein Flächenabbau nach Rechnung der Studienautoren ab rund zehn Prozent. Eine Reduktion um 20 Prozent führt zu einer Kostenersparnis von etwa zwölf Prozent in zehn Jahren. Die Umbaukosten sollten sich allerdings auf maximal 700 Euro pro Quadratmeter belaufen, sonst überschreiten die Investitionen die Einsparungen.

# 3 Eigentumsszenario mit Sale and Leaseback

Ein sogenannter Sale and Leaseback kann sinnvoll sein, wenn Unternehmen einen großen Liquiditätsbedarf haben und bereit sind, statt Eigentümer künftig Mieter zu sein. Die Wirtschaftlichkeit dieses Modells ist jedoch stark vom möglichen Verkaufspreis abhängig. In der Modellrechnung der Studie lohnt sich ein Flächenabbau ab etwa 30 Prozent.

 


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