KarriereWorauf Headhunter achten

Symbolbild Vorstellungsgespraech
Symbolbild VorstellungsgespraechGetty Images

Nicht neu, aber immer noch erhellend sind die Aussagen eines Recruiters im Gespräch mit Theresa Bäuerlein vom Online-Magazin „Krautreporter“ aus dem Jahr 2016. „Zeit Online“ hat den Artikel 2017 noch mal veröffentlicht. Der 31 Jahre alte Interviewpartner mit dem Alias „Ludwig“ wollte anonym bleiben. Das hatte er über seine Talentsuche für Start-ups zu sagen.

#1 Die Chemie muss stimmen

„Ehrlich gesagt versuche ich nicht immer, objektiv zu sein. Wenn mir ein Kandidat total unsympathisch ist, lehne ich ihn vielleicht ab, auch wenn er für die Stelle gepasst hätte.“

#2 Aus dem Konzept bringen

„Es ist interessant zu sehen, wie die Bewerber reagieren, wenn sie gerade routiniert ihren Lebenslauf erzählen und dann eine überraschende Frage kommt […] Ich frage zum Beispiel, was ihr schlimmster Arbeitstag war.“

#3 Vorsicht, Blender

„Manche Interviewpartner ziehen sich extra einen Anzug für das Skype-Interview an, um einen guten Eindruck zu machen, achten aber überhaupt nicht drauf, vor welchem Hintergrund sie sitzen, zum Beispiel vor einem total vermüllten Zimmer […] Ich reagiere schon fast allergisch auf Worte wie ‚Hands-on‘, ‚Go-Getter‘ und ‚Teamplayer‘ […] Oder die Leute versuchen, sich als die perfekten Start-up-Mitarbeiter darzustellen, die alles können, nach dem Job noch mit den Kollegen Bier trinken gehen und nie Freizeit brauchen.“

#4 Nicht unverschämt werden

„Gerade bei den jüngeren Software-Typen gibt es außerdem das Phänomen, dass sie mit total überzogenen Forderungen kommen […] Der extremste Fall war ein Kandidat, der eine Bewerbung mit sechs eng beschriebenen Seiten geschickt hat, in deren Mitte extra hervorgehoben seine Gehaltsforderung stand: 400.000 Euro pro Jahr plus sämtliche Benefits – nicht verhandelbar!“

#5 Headhunter sind auch nur Menschen

„Vor ein paar Jahren haben Berliner Start-ups noch sehr versucht, Silicon-Valley-Firmen eins zu eins nachzumachen. Das hatte oft lächerliche Ergebnisse […] Das ist mittlerweile weniger geworden, aber Fremdscham ist schon Teil meines Berufs.“