Meine erste MillionHamid Djadda: „Ich kann jedem empfehlen, einmal pleitezugehen“

Hamid Djadda war zweial pleite und ist trotzdem Millionärdpa

„Es ist wichtig, dass man einmal mehr aufsteht, als man hinfällt“, fasst Djadda das Auf und Ab seiner Karriere zusammen. Schon mit 26 Jahren hatte der Unternehmer das erste Mal ein siebenstelliges Vermögen zusammen, erinnert er sich. Diesen Erfolg verdankte Djadda dem Geschäft mit kleinen Tierfiguren aus Blei und Kristallglas, erzählt er: „Das war damals in den 80ern ein Riesenmarkt. Damals war das neu.“

Auf den schnellen Erfolg folgte aber schon bald die erste Pleite: Nach einem verlorenen Rechtsstreit mit dem österreichischen Schmuckunternehmen Swarovski, dem Hauptkonkurrenten im Kristallglasbusiness, musste Djadda Insolvenz anmelden. „Beim ersten Mal ist das am unangenehmsten, weil man die Situation nicht kennt. Wenn man es zwei-, dreimal hinter sich hat, ist es ein bisschen einfacher“, sagt Djadda.

Der Unternehmer verlagerte daraufhin seine Produktion nach Thailand, wo er zu Spitzenzeiten 250 Mitarbeiter beschäftigte. Doch nach jahrelangem Erfolg, versiegte die Nachfrage nach Glasfiguren schließlich – und sorgte für die nächste Pleite.

Heute sieht der Unternehmer in diesem Auf und Ab auch viel Gutes, erzählt er. Man profitiere von Rückschlägen. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Ich kann jedem empfehlen, einmal pleitezugehen. Man lernt davon so viel. Das lernt man durch Erfolg nicht.“

„Lieber weniger Geld haben und dafür mehr Glück“

Die letzte Million machte Djadda mit Immobilien in seiner Geburtsstadt Teheran. Die Gewinne aus dem iranischen Geschäft investierte er in den Berliner Immobilienmarkt. „Nirgends kann man so einfach und risikoarm viel Geld verdienen wie mit Immobilien“, sagt er. Die negativen Folgen des Immobilienbooms und die steigenden Mietpreise für Wohnungen und Kleingewerbe in der Hauptstadt sieht er aber kritisch. Mit seinem Verein „Erste Sahne“ wolle er sich deshalb für bezahlbare Mieten engagieren, sagt er.

In Berlin-Neukölln betreibt der Unternehmer außerdem die Edel-Marzipanmanufaktur Ohde. Mandeln und Blausalz aus dem Iran werden hier in Süßigkeiten verwandelt. Bisher habe er noch keinen Gewinn mit den luxuriösen Keksen und Pralinen gemacht, sagt Djadda. Das sei für ihn aber zweitrangig. Geld brauche man sowieso nur, um die notwendigen Ausgaben zu decken. „Man muss genug haben, um zu leben“, sagt der Unternehmer im Podcast.

Auch in seinem Bekanntenkreis sehe er, Geld allein mache nicht glücklich, so Djadda: „Ich kenne so viele Millionäre. Die sollten lieber weniger Geld haben und dafür mehr Glück.“ Aus diesem Grund könne er mit Statussymbolen nichts anfangen. Das Einzige, wovon er gerne mehr hätte? „Zeit.“

Welche Faktoren für einen erfolgreichen Unternehmer entscheidend sind und welchen Lebenstraum er sich noch nicht erfüllt hat, erzählt der Unternehmer Ronja von Rönne in der neuen Folge von „Meine erste Million.“

 


Die legendäre Capital-Interviewserie „Meine erste Million“ gibt es mittlerweile auch als Podcast. Die zweite Staffel erscheint seit dem 20. April wöchentlich am Dienstag. Die gesamte Staffel mit 12 Folgen kostet 9,95 Euro. Für Audible-Abonnenten ist sie kostenlos. Auf Capital+ können Sie sich die einzelnen Folgen ebenfalls kostenlos anhören. Gäste der neuen Staffel sind unter anderem Harald Christ, Claudia Obert, Hamid Djadda, die Beltracchis, Madame Moneypenny und Benjamin von Stuckrad-Barre.

Hören Sie hier den Trailer zum Podcast: