ErfolgSo erkennt man, ob man den falschen Job gewählt hat

Eine Frau fasst sich an den Kopf
Manche Enttäuschung im Berufsleben hat man sich selbst zuzuschreibenGetty Images

Wie sehr vertrauen Sie Ihrem 18 oder 27 Jahre alten Ich? Bei aller Liebe, aber was wussten Sie damals wirklich über die Berufswelt und auch über sich selbst? Es gehört zu den großen Paradoxien des Lebens, dass mit der Jobwahl eine der wichtigsten Entscheidungen mehr oder minder ins Blaue hinein getroffen wird. Manche Menschen landen Volltreffer und haben instinktiv oder aus purem Glück ihren Traumjob gefunden. Andere Menschen aber müssen irgendwann feststellen: Ich habe den falschen Beruf gewählt.

Dieses Urteil ist häufig nicht so einfach zu treffen. Denn die falsche Berufswahl ist nicht dasselbe wie Unzufriedenheit mit dem Job. Letztere lässt sich durch veränderte Rahmenbedingungen bis hin zum Arbeitgeberwechsel abstellen. Wer aber im für ihn oder sie falschen Beruf feststeckt, wird auch bei der tollsten Firma nie wirklich glücklich werden.

So finden Sie heraus: Habe ich den falschen Beruf?

#1 Worüber beschweren Sie sich am häufigsten?

Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist nötig, um dem Grund für ständige Unzufriedenheit bei der Arbeit auf den Grund zu gehen. Nerven Sie spezielle Kollegen und Unzulänglichkeiten in der Firma? Oder sind es eher berufsspezifische Faktoren (Umgang mit nervigen Kunden, zu wenig Freiraum für Kreativität etc.)?

#2 Hat Ihnen der Job jemals Spaß gemacht?

Erinnern Sie sich an die Ausbildung zurück. Mussten Sie sich schon damals morgens zur Arbeit quälen oder kam der Unmut erst im Laufe der Jahre auf?

#3 Wie sehr mögen Sie Ihren Chef?

Häufig ist der Vorgesetzte die Wurzel allen Übels – ohne, dass das dem unzufriedenen Mitarbeiter unbedingt bewusst ist. Viele Menschen haben weniger ein Problem mit dem Job, sondern mit dem Verantwortlichen, für den Sie den Job erledigen.

#4 Machen Sie Ihren Job wegen oder trotz des Gehalts?

Brotloser Künstler oder vermögender Broker – manchmal treffen auch die Gehaltserwartungen die Berufsentscheidung für uns. Das kann klappen, denn die Bezahlung ist meist ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit im Job. Viele Menschen wachsen auch in den Beruf hinein. Wenn er aber den eigenen Interessen und Talenten fundamental widerspricht, kann auch ein fürstlicher Lohnscheck auf Dauer nicht glücklich machen.

#5 Fühlen Sie sich manchmal wie ein Hochstapler?

Manche Menschen können Komplimente schwer annehmen. Dasselbe Muster zeigt sich unter Umständen bei beruflichen Erfolgen. Der Betroffene meint, den Erfolg gar nicht verdient zu haben und ihn nur dem Zufall zu verdanken. Diese Fehleinschätzung kann ein Zeichen dafür sein, dass der Job als wesensfremd empfunden wird.

#6 Träumen Sie vom Aussteigen?

Menschen bei der falschen Firma träumen von der Kündigung. Menschen im falschen Job träumen hingegen oft gleich vom Komplettausstieg aus dem Berufsleben. Wobei sich die Fantasien vom befreiten Dasein am Strand unter Palmen häufig mit dem wahren Berufsziel paaren: Ich eröffne dann endlich ein Hostel, erfinde eine revolutionäre App, helfe bedürftigen Menschen…

Eine falsche Berufswahl ist nicht zwangsläufig das Ende der Welt. Nicht jeder Mensch sucht im Job persönliche Erfüllung. Er kann schlicht ein Mittel zum Zweck sein. Außerdem bringt nicht jedermann die nötigen Talente für den heimlichen Traumjob mit. Manchmal kann schon eine Beförderung das Berufsprofil so weit verändern, dass die Stelle plötzlich sehr viel besser zur Persönlichkeit passt. Wer aber ganz genau weiß „Mein Job macht mich kreuzunglücklich und nichts wird daran etwas ändern“, sollte tatsächlich über einen Karrierewechsel nachdenken.