GastbeitragSo wird man ein stärkerer Chef

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#4: Emotionen steuern

Wenn es gut läuft, sind wir gut drauf. Aber das gilt auch – oder sogar noch mehr – anders herum: Wenn wir gut drauf sind, läuft es meistens gut. Bei manchen Aufgaben stellen sich der Tatendrang und die Schaffenslust ganz von selbst ein. Zu anderen Aufgaben wiederum muss man sich regelrecht aufraffen, um endlich anzufangen. Man kann ganz bewusst üben, sich für diese Aufgaben in den richtigen Zustand zu bringen: Beispielsweise erst mit einem kleinen Schritt zu dieser Aufgabe beginnen, oder einem weniger wichtigen Punkt. Dann kann man sich damit bereits „warm machen“ und die wichtigeren Teile der Aufgabe in einem guten Zustand angehen.

Tipp: Gehen Sie körpersprachlich mit einem Lächeln in „Angriffsstellung“ und „packen Sie die Aufgabe an“. So fahren Sie Ihre Energie hoch und bauen positive Emotionen auf. Oder Sie gehen ganz bewusst auf Abstand, indem Sie sich zurücknehmen und innerlich etwas kurz kommentieren: „Ah, so ist das,“ „Interessant“. Ganz klar: Wer seine Emotionen erkennen und beeinflussen kann, der ist besser gewappnet für die nächste Herausforderung.

#5: Selbstwert stärken

Nicht zuletzt bewirkt ein positives Selbstwertgefühl eine höhere Selbstwirksamkeitserwartung. Wer überwiegend positiv von sich denkt und mehr auf die eigenen Stärken als die eigenen Schwächen achtet, der hat folglich auch mehr Ideen, wie er oder sie eine neue Herausforderung bewältigen kann. Ein hohes Selbstwertgefühl trägt also indirekt zu geringerem Belastungsempfinden, weniger Stress und mehr Gelassenheit angesichts von Krisen bei. Deswegen sind selbstwertstärkende Glaubenssätze wie „Ich bin eine kompetente Chefin, die auch in schwierigsten Situationen einen neuen Weg findet“ mehr als Selbstbeweihräucherung. Sie unterstützen tatsächlich auf dem Weg raus aus der Krise und hin zu einem Zustand, in dem Sie widerstandsfähig für Krisen und Rückschläge werden.

Tipp: Prüfen Sie Ihre inneren Dialoge und Selbstbewertungen. Wählen Sie einen starken unterstützenden Satz. Dieser darf „frech“ und durchaus „unangepasst“ sein.

#6: Weitere Resilienzschlüssel für Führungskräfte

Selbstwirksamkeitserwartung ist einer der Bausteine für mehr innere Widerstandskraft. Zusammen mit den sechs weiteren Resilienzschlüsseln Akzeptanz, Optimismus, Eigenverantwortung, Netzwerk-, Lösungs- und Zukunftsorientierung sorgt sie dafür, dass wir in schwierigen Situationen flexibel reagieren können und nach Krisen schneller wieder in die Senkrechte kommen. Im Resilienz-ABC finden Sie noch mehr Übungen und Informationen zur Resilienzentwicklung.