Verhandlungsführung5 Fehler bei Konflikten im Team

Drei Männer und zwei Frauen reden im Büro miteinander
Symbolbild: Chef mit seinen Mitarbeiterndpa

Strategien zur Konfliktlösung #1: Fair ist fair

Empathie ist nicht nur eine gesunde Voraussetzung für das mitmenschliche Zusammenleben. Sie eröffnet bei schwierigen Verhandlungen auch oft einen Lösungsansatz. Egozentrisches Denken führt schnell zu verhärteten Fronten, warnt Verhandlungsexpertin Katie Shonk von der Harvard Law School. Jede Seite sieht nur die eigene Position und fühlt sich durch Forderungen der Gegenseite unfair behandelt. Eigene Fakten verwandeln sich in den Augen der Kontrahenten in Fake News. Versuchen Sie, sich in die Lage des Verhandlungspartners zu versetzen. Wenn das nicht hilft, kann ein Mediator oder unabhängiger Experte helfen, die wahre Faktenlage zu definieren.

Strategien zur Konfliktlösung #2: Drohungen helfen nicht weiter

Bei US-Präsident Donald Trump mögen sie an der Tagesordnung stehen. Drohungen sind aber bei der Konfliktlösung oft der falsche Weg, befindet die Expertin vom Harvard „Program on Negotiation“. Wer die Gegenseite mit einer Klage oder einem ruinierten Ruf einzuschüchtern versucht, eskaliert den Konflikt oft nur. Drohungen sollten bei der Konfliktlösung das allerletzte Mittel darstellen.

Strategien zur Konfliktlösung #3: „Wir gegen sie“-Mentalität aufgeben

Vom Team zur Rudelbildung: Gruppen neigen in Konfliktsituationen schnell dazu, sich gegen andere Personenkreise abzuschotten. In der Folge werden deren Forderungen als extremer und bedrohlicher bewertet, als sie es in Wahrheit sind. Hier hilft Rationalität. Identifizieren Sie die Punkte, die Sie mit der Gegenseite gemeinsam haben.

Strategien zur Konfliktlösung #4: Die Wurzel des Konflikts erkennen

Die meisten Streitigkeiten im Geschäftsleben drehen sich oberflächlich betrachtet um Geld. Der Konflikt scheint eindeutig zu sein: Gewinnt die eine Seite, muss die andere Seite draufzahlen. Geld ist laut der Harvard-Expertin Shonk aber oft nur ein Statthalter für tiefer gehende Bedürfnisse wie dem Wunsch nach Anerkennung der Leistungen. Nehmen Sie sich Zeit, die wahren Motive der Kontrahenten offenzulegen. Auf diese Weise wird der Konflikt vielschichtiger, aber womöglich auch leichter lösbar.

Strategien zur Konfliktlösung #5: Heilig oder pseudoheilig?

Bis hierhin und nicht weiter. Manche Positionen sind in Verhandlungen schlicht unantastbar. Diese scheinbaren Tabus verleiten dazu, Gespräche schneller abzubrechen. Laut Experten von der Harvard Business School kann diese Prinzipientreue tote Winkel erzeugen. So mancher scheinbar heilige Wert erweise sich nämlich bei genauerem Hinschauen als lediglich „pseudoheilig“ – das bedeutet, er ist nur unter bestimmten Bedingungen unantastbar. Eine genaue Analyse offenbart womöglich eine Lösung, die dem Geist der eigenen Überzeugungen entspricht. Der Familienbetrieb muss unbedingt in der Familie bleiben? Vielleicht nicht, wenn durch den Erlös eine wohltätige Einrichtung unterstützt wird, deren Anliegen dem Firmengründer besonders am Herzen lag, gibt Shonk als Beispiel an.

Quelle: https://www.pon.harvard.edu/daily/conflict-resolution/conflict-resolution-strategies/