Capital-Podcast„Für Berufseinsteiger weht jetzt ein anderer Wind“

Fabian KienbaumPR

Viel wird über die neue Arbeitswelt diskutiert und auch, wie diese Krise Karrieren und den Arbeitsmarkt verändert. Was wird aus der Generation Y und Z, wie sind die Chancen für Young Professionals? Was ändert sich für Führungskräfte und wie die Talentförderung von Unternehmen? „Für Einsteigerpositionen, also die sogenannten Young Professionals, weht jetzt ein anderer Wind“, sagte Fabian Kienbaum, Chef des gleichnamigen Beratungshauses Kienbaum Consultants, im Podcast „Die Stunde Null“ (Capital, Stern, n-tv). „Der Berufseinstieg ist jetzt nicht mehr so wie früher.“

Seit Jahren mussten Unternehmen um junge Talente kämpfen, die bei Bewerbungsgesprächen entsprechend fordernd oder forsch auftreten konnten. Kienbaum erwartet nun, dass sich der Markt bis in den Herbst „eher wieder in Richtung eines Arbeitgebermarktes dreht.“ Das Volumen der neuen Stellen sei geringer, Positionen umkämpfter. Das hieße aber nicht, dass alle Unternehmen sich die Bewerber wieder aussuchen könnten – „techaffine Kandidaten“ etwa seien nach wie vor begehrt und umworben.

„Es wäre falsch, jetzt stumpf einen ,hiring freeze‘ zu verhängen und alle Gespräche zu stoppen“

Fabian Kienbaum

Insgesamt hat die Kölner Kienbaum Consultants ein Quartal mit unerwartet „hoher Dynamik“ hinter sich, Top-Führungspositionen wurden auch im Shutdown weiter besetzt. „Im so genannten Brot-und-Butter-Geschäft, also den Positionen im mittleren Management, sieht man allerdings eine Art Winterschlaf oder dass die Bremse eingelegt worden ist“, berichtete Kienbaum, der 2018 den Chefposten in dem 1945 gegründeten Familienunternehmen übernommen hat. Viele Unternehmen hätten die Shutdown-Monate auch genutzt als „Zeit zur Reflektion und für strategische Arbeiten“ – verbunden mit der Frage: Haben wir die richtigen Leute?

Unternehmen, die durch Corona in die Krise geraten sind und in Bewerbungsgesprächen waren, rät Kienbaum, den Dialog fortzuführen. „Es wäre falsch, jetzt stumpf einen ,hiring freeze‘ zu verhängen und alle Gespräche zu stoppen.“ In vielen Branchen beobachtet Kienbaum „wellenartige Bewegungen“. Die Corona-Krise habe „wie ein Brennglas fungiert. Missstände, die vorher noch übertüncht werden konnten, wurden jetzt ganz offenkundig.“

Fabian Kienbaum erwartet eine „hybride Arbeitswelt“, die sich nun in allen Unternehmen einpendeln müsse. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir jetzt Erfahrungswerte gesammelt haben, die wir nicht mehr missen möchten“, sagte Kienbaum. „Und dass es ein Teil der Führung ist, das in eine gesunde Balance zu bringen.“


Warum das Eckbüro als Zeichen der Macht ausgedient haben könnte, was aus Luxusdebatten um New Work wird und wie Unternehmen neue Energiefelder finden müssen, hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,  direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.