ManagementDurch diesen Fehler wird Lob zur Motivationsbremse

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Immer wieder wird Vorgesetzten eingebläut: Loben Sie Ihre Mitarbeiter, erkennen Sie Leistung an, nehmen Sie gute Arbeit nicht einfach als selbstverständlich hin. Wer hat sich nicht schon mal über ein Lob der Chefin gefreut? Bei der Anerkennung als Motivationsfaktor gibt es aber scheinbar ein enormes Wirkgefälle. Manchmal spornt Lob an, in anderen Fällen hemmt es hingegen die Leistung. Laut Forschern kann das von der Art der Tätigkeit abhängen, für die ein Angestellter gelobt wird.

Lob lenkt ab

„Bei komplexen Aufgaben ist es hinderlich, wenn jemand ein mündliches Lob erwartet oder darüber nachdenkt“, sagte Verhaltensexpertin Rebecca Hewett dem Magazin „Time“. „Es kann kontraproduktiv sein.“ Die Forscherin von der University of Greenwich hatte mit einem Kollegen zwei Wochen lang 58 Mitarbeiter einer britischen Firma täglich einen Fragebogen ausfüllen lassen. Darin wurde vermerkt, wie mental herausfordernd eine Aufgabe war, wie hoch die Motivation der Betroffenen bei der Ausführung ausfiel und ob eine Art von Anerkennung erwartet wurde.

Die Forscher stellten fest: Bei schwierigeren Aufgaben zogen Angestellte die Befriedigung eher aus der Tätigkeit an sich. Entweder, weil ihnen die Arbeit tatsächlich Spaß machte oder weil sie den Wert der Tätigkeit erkannten. In diesen Fällen störten lobende Worte des Chefs die Motivation eher, wie die Wissenschaftler herausfanden. Vorgesetzte sollten dann laut Hewett unterstützend zur Seite stehen, die Mitarbeiter ansonsten aber in Ruhe lassen.

So motiviert Lob wirklich

Ganz anders sah es bei eher banalen Aufgaben aus. Hier erhöhte ein Lob – etwa in Form einer Dankes-E-Mail – die Motivation der Mitarbeiter. Die Studienautoren vermuten dem Bericht zufolge, dass die Tätigkeit durch die Anerkennung aufgewertet wird.

Fazit: Es kann sich für Chefs lohnen, die Motivationsspritze gezielt einzusetzen. Mitarbeiter, die tagtäglich dieselben langweiligen Aufgaben verrichten, werden durch häufiges Lob womöglich vor Frust bewahrt. Angestellten, die in herausfordernden Projekten stecken, ist hingegen vielleicht lieber erst am Schluss mit einem Zeichen der Anerkennung gedient.