Networking5 Fragen und Antworten zum Networking auf Linkedin und Xing

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#1 Welche Menschen sollte ich anfragen?

Für die meisten ist das wohl die schwierigste Frage. Klar, die Freunde kontaktiert man, vielleicht auch aktuelle und ehemalige Kollegen. Das sind im Zweifel aber Menschen, mit denen Sie auch so im Kontakt bleiben würden. Deswegen gilt es, beim Anfragen mutig zu sein.

Auf der letzten Messe ein gutes Gespräch mit jemandem gehabt? Gerne anfragen. Gestern mit einem interessanten Menschen telefoniert? Auch gerne anfragen. Und sogar mit Unbekannten können Sie sich vernetzen, wenn Sie den Eindruck haben, die- oder derjenige könnte einen weiterbringen. Die anderen Menschen sind schließlich ebenfalls zum Knüpfen von Kontakten auf den  beruflichen Netzwerken unterwegs. So bereichert man sich gegenseitig.

Was bei diesen „riskanteren“ Kontaktanfragen aber unbedingt zu beachten ist: Sie sollten eine Nachricht dazu schreiben, in der Sie erklären, woher man sich kennt oder warum man sich kennenlernen sollte. Ansonsten wirkt die Anfrage unter Umständen willkürlich und unprofessionell.

#2 Welche Kontaktanfragen sollte ich annehmen?

Klar ist: Wenn Sie jemanden kennen, nehmen Sie die Einladung an. Anders als bei eher privaten Netzwerken wie Facebook lohnt es sich aber bei Linkedin und Xing, auch andere Anfragen nicht direkt abzulehnen. Wenn die Person eine Nachricht zu der Kontaktanfrage schickt, können Sie auf dieser Grundlage entscheiden, ob es sich um einen wertvollen Kontakt handelt oder nicht. Wenn keine Nachricht dabei ist, sollten Sie etwas kritischer sein. Aber auch hier lohnt es sich, mal auf das Profil zu schauen und sich zu fragen: Kenne ich die Person wirklich nicht? Sind wir in einer Branche oder einer Region aktiv? Haben wir dieselben Interessen? Unter Umständen lohnt sich die Annahme dann trotzdem.

Grundsätzlich sollten Sie bei der Kontaktliste aber nicht zu wählerisch sein, denn wie oft man in der Suche anderer Menschen angezeigt wird, hängt auch von der Anzahl an eigenen Kontakten ab. Kontakte von Kontakten werden früher angezeigt als völlig Unbekannte. Außerdem können Sie einen Kontakt auch wieder aus der Liste entfernen, ohne dass diese eine Mitteilung erhalten.

#3 Sollte ich Dinge posten?

Ja. Die Kontakte wollen schließlich wissen, was Sie machen. Von einer spannenden Konferenz kann man mal ein Foto mit Fazit posten. Nach der Lektüre eines Artikels, der sie angesprochen hat, können Sie den teilen. Und wenn Sie befördert werden oder ihren Job wechseln, kann das für die Kontakte auch eine interessante Information sein.

Aber auch Posten sollten Sie mit Bedacht. Gerade in Deutschland finden viele Menschen übertriebenes Selbstmarketing unangenehm, das gilt auch für die beruflichen Netzwerke. Wer die ganze Zeit nur Fotos mit wichtigen Menschen teilt, wirkt schnell wie ein Angeber. Wer dauerhaft seine Meinung herausposaunt, wirkt unter Umständen undifferenziert. Und Sympathien sind nicht nur für private, sondern auch für berufliche Netzwerke von Bedeutung.

#4 Muss ich wirklich das ganze Profil ausfüllen?

Ja. Linkedin und Xing haben mitunter merkwürdige Kategorien in ihren Profilen. Da fällt es dem einen oder der anderen schwer, sie ordentlich auszufüllen. Und dann lassen viele Menschen die Kategorien leer. Das ist keine gute Idee!

Und zwar nicht, weil die Informationen so unglaublich relevant wären, sondern weil vollständige Profile durch den Algorithmus bevorzugt werden. Linkedin zum Beispiel sagt, dass vollständige Profile eine 40-mal so hohe Chance haben, Jobangebote im Netzwerk zu erhalten. Das ist beachtlich. Wenn Sie in der Suchmaske auftauchen möchten, sollte Sie also darauf achten, ein vollständiges Profil zu haben.

#5 Reicht das Netzwerken im Digitalen aus?

Nein. Trotz der Networking-Möglichkeiten im Digitalen, sollten Sie die analoge Welt nicht vernachlässigen. Gerade, wenn es um menschliche Beziehungen geht, sind Sympathien weiterhin wichtig und die sind in der realen Welt einfach eher herzustellen.

Es lohnt sich, weiterhin auf Netzwerk-Events zu gehen. Einmal mit jemanden gesprochen, schon ist die Erfolgsquote für Kontaktanfragen auf Linkedin und Xing höher. Und auch bei schon bestehenden digitalen Kontakten lohnt es sich, die Menschen mal auf einen Kaffee zu treffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich so ein gemeinsames Projekt ergibt, ist immer noch größer als in einem digitalen Netzwerk.