Corona-PandemieDiese Rechte haben Mitarbeiter im Homeoffice

Symbolbild Homeoffice
Symbolbild HomeofficePixabay

CAPITAL: Wer entscheidet, ob ich im Homeoffice arbeite?

KATRIN PETER: Wird der Arbeitnehmer im Homeoffice tätig, setzt das sowohl das Einverständnis des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers voraus. Der Arbeitnehmer hat – vorbehaltlich entsprechender Regelungen im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung – keinen Anspruch darauf einen Homeoffice-Arbeitsplatz einzurichten. Umgekehrt kann aber auch der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht gegen seinen Willen anweisen, im Homeoffice zu arbeiten.

Das heißt Mitarbeiter können sich weigern im Homeoffice zu arbeiten? Welche Konsequenzen hätte das?

Wurde arbeitsvertraglich nicht vereinbart, dass der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers zumindest auch sein Homeoffice ist, kann der Arbeitgeber ihn nicht ohne sein Einverständnis anweisen, von zu Hause zu arbeiten. Weigert sich der Arbeitnehmer, hat das dementsprechend grundsätzlich auch keine Konsequenzen.

Müssen Arbeitgeber Arbeitsmittel wie einen Laptop und nötige Programme im Homeoffice stellen?

Katrin Peter ist Rechtsanwältin bei Küttner Rechtsanwälte in Köln
Katrin Peter ist Rechtsanwältin bei Küttner Rechtsanwälte, Fachkanzlei für Arbeitsrecht, in Köln,  Foto: Küttner Rechtsanwälte

 Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf geeinigt, dass der Arbeitnehmer seine Tätigkeiten vom Homeoffice aus erbringt, ist grundsätzlich auch der Arbeitgeber dafür zuständig, einen geeigneten funktionsgerechten Arbeitsplatz sowie die erforderlichen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen und funktionstüchtig zu halten. Dazu gehört – je nach Tätigkeit – die Ausstattung mit Büromöbeln, erforderlicher Technik, wie beispielsweise einem Laptop samt notwendiger Programme, die Gewährleistung einer telekommunikativen Anbindung und die Bereitstellung von erforderlichem Büromaterial.

Ist das nicht der Fall, kann man die Kosten für die Nutzung von privaten Ressourcen wie Laptop, Strom oder WLAN in Rechnung stellen?

Stellt der Arbeitgeber keine entsprechenden Arbeitsmittel zur Verfügung, besteht grundsätzlich ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Erstattung der mit der Einrichtung des Arbeitsplatzes verbundenen Kosten. Darunter fallen beispielsweise die Kosten für die Anschaffung von Mobiliar, Rechnern oder Büromaterial oder auch anteilig Strom- und Heizkosten. Diese Aufwendungen können aber auch im überwiegenden Interesse des Arbeitnehmers liegen. Wird also beispielsweise der PC auch zu privaten Zwecken genutzt, kann ein Kostenerstattungsanspruch im Zweifel ausscheiden.

Welche Arbeitszeiten gelten im Homeoffice?

 Im Homeoffice gelten grundsätzlich die gleichen Arbeitszeiten wie sonst auch. Insbesondere in Tarifverträgen und im Arbeitsvertrag finden sich Regelungen zum Arbeitszeitvolumen. Wurde die Dauer der Arbeitszeit für die Tätigkeit im Homeoffice nicht gesondert geregelt, gelten diese auch dort unverändert.

Kann ich mir meine Arbeitszeit flexibel einteilen?

Auch bezüglich der Lage der Arbeitszeit, das heißt des „wann“, gelten grundsätzlich die bestehenden Vereinbarungen. Finden sich weder im Arbeitsvertrag noch in einer Betriebs- oder gesonderten Homeoffice-Vereinbarung Regelungen dazu, führt die Tätigkeit aus dem Homeoffice daher nicht automatisch dazu, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit selbst bestimmen kann. Vielmehr gilt auch hier: Der Arbeitgeber kann das „wann“ der Erbringung der Arbeitsleistung im Rahmen des ihm zustehenden Direktionsrechts einseitig bestimmen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Weisung mit gesetzlichen, kollektiv- und/oder arbeitsvertraglichen Regelungen übereinstimmt und verhältnismäßig bleibt.