ThemaDie große Verschwörung

Labello

Labello Lippenstift

Worum geht es?
Lippenpflegestifte sollen Suchtmittel enthalten. Ein Labello-Junkie klagt etwa in einem Internetforum: „Bin mittlerweile bestimmt schon seit 25 Jahren Labello-süchtig. Wenn ich mal einen Tag keinen Labello auftrage, sind meine Lippen sofort knallrot und fangen an aufzuplatzen. Ich kenn so viele Leute, die ständig Labello draufmachen. Mann, da muss es doch einen Ausweg geben.“

Was ist dran?
Klingt dramatisch. Aber: Ein Lippenstift ist keine Zigarette. Das sagt zumindest der Labello-Hersteller Beiersdorf. Dennoch rät die Zeitschrift „Öko-Test“ von Balsamexzessen ab: „Wer ständig solche Pflegestifte benutzt, führt der Haut künstlich zu, was sich eigentlich von selbst regenerieren sollte.“ Beiersdorf kontert: „Die Haut stellt nachweislich auch bei intensiver Pflege der Lippen die Produktion ihrer Schutzlipide nicht ein.“

Elektronik

Worum geht es?
Bereits 1932 hat Bernard London in seinem Aufsatz „Ending the Depression Through Planned Obsolescence“ die US-Regierung dazu aufgefordert, elektrische Geräte und andere teure ­Produkte so zu bauen, dass sie bald kaputtgehen – damit der Neukauf die Konjunktur ankurbelt. Verschwörungstheoretiker meinen: Auch heute werden Dinge absichtlich mit Schwachstellen hergestellt, damit sie nicht zu lange halten.

Was ist dran?
Schwer zu sagen. Natürlich sind solche Merkwürdigkeiten durchaus verbreitet: Kaum ist die Garantie abgelaufen, gibt ein Gerät den Geist auf. Deshalb untersucht sogar das Umweltbundesamt das Phänomen. „Alles erklären können wir noch nicht“, sagt Carl-Otto Gensch vom Öko-Institut in Freiburg, der die geplante Obsoleszenz – so der Fachausdruck für geplanten Verschleiß – im Auftrag des Bundesamtes untersucht. „Dass aber gezielt Bauteile vom Hersteller so designt werden, dass ein vorzeitiger Verschleiß auftritt, muss angezweifelt werden.“

Ferrero Rocher

Worum geht es?
Adel verpflichtet? Na ja. In dem als Premium-Praline beworbenen Ferrero Rocher soll der Naschwarenkonzern aus Italien angeblich die Überreste seiner anderen Produkte verarbeiten. Verschwörungstheoretiker sind sich nach sen­sorischen und haptischen Tests sicher: Die Nugatfüllung ist in Wahrheit Nutella. Die Kugel besteht aus zerbröselten ­Hanutawaffeln. Und die gesplitterten Nüsse sind B-Ware aus der Ferrero-Küsschen-Produktion.

Was ist dran?
Nugatcreme schmeckt eben irgendwie nach Nugatcreme und Nüsse sind eben Nüsse. Ferrero versichert, dass an dem Gerücht nichts dran sei. Weder Restprodukte von Hanuta noch von Nutella würden verwendet. „Ferrero Rocher wird nach eigener Rezeptur produziert. Die Zutaten und Rohstoffe werden mit ­großer Sorgfalt ausgewählt und unterliegen strengen, fortlaufenden Qualitätskontrollen“, versichert ein ­Unternehmenssprecher. 

Glühbirnen

Worum geht es?
Ein geheimes Leuchtmittelkartell soll die Lebensdauer von Glühbirnen bereits vor Jahrzehnten festgelegt haben: auf genau 1 000 Stunden pro Birne. Spätestens danach brennt der gekräuselte Wolframfaden mit einem kurzen „Knack“ durch. Wenn das Thomas Edison wüsste! Schlimmer noch: Jüngst soll die raffzahnige Lobby sogar die EU-Kommission davon überzeugt haben, ausschließlich neue, teurere Lampen in die Ladenregale zu bugsieren – alles unter dem Deckmantel des Energiesparens.

Was ist dran?
Der erste Teil der Geschichte stimmt: 1924 gründeten die weltweit führenden Lampenhersteller das Phoebus-Kartell, um Lebenserwartung, Produktion und Preise von Glühbirnen abzusprechen und den Markt unter sich aufzuteilen. Die geheime Vereinigung flog 1942 auf. Die US-Regierung erhob Anklage gegen General Electric und andere beteiligte Unternehmen. Birnen-Fundamentalisten glauben jedoch, dass das Phoebus-Kartell in Europa weiterlebt. Für diesen Teil der Geschichte gibt es allerdings keine handfesten Beweise.