KarriereBewerbungsgespräch: Das verrät Ihre Körpersprache über Sie

Symbolbild: Bewerbungsgespräch
Symbolbild: Bewerbungsgesprächdpa

Sie sind bestens vorbereitet auf das Gespräch, das Ihr Leben verändern kann. Das Haar sitzt, der Anzug sowieso. Der neue Job ist greifbar nahe. Ihre schriftlichen Unterlagen haben überzeugt, sonst wären Sie jetzt nicht hier – beim Vorstellungsgespräch. In Gesprächen sind Sie überzeugend, aber dennoch muss das Vorstellungsgespräch mit den potentiellen neuen Chefs kein Selbstläufer werden. Denn es kommt nicht nur auf Worte an, sondern auch auf Ihre Körpersprache, darauf, wie Sie sich präsentieren. Keiner weiß das besser als die Personaler der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG. Hier sind ihre Tipps.

# Der Händedruck

Der erste Eindruck ist bekanntlich der wichtigste. Und am Anfang eines jeden Gesprächs steht der obligatorische Händedruck. Er verrät mehr über Sie, als Sie vielleicht denken. Wer schon einmal eine schlaffe, feuchtwarme Hand schütteln musste, der weiß: Fühlt sich nicht gut an. Ein weicher Händedruck wirkt schüchtern. Im wahrsten Sinne des Wortes „nicht zupackend“ und damit nicht durchsetzungsfähig. Wer allerdings zu fest zupackt, der vermittelt den Eindruck eines rücksichtslosen Rüpels und Egoisten. Das Mittelmaß ist hier das Optimum. Und bloss nicht in die Trump-Falle tappen, die Hand des Gegenübers gar nicht mehr loslassen wollen. Der Händedruck sollte kurz und fest sein, ohne zu quetschen. Dabei ist Blickkontakt für ein bis zwei Sekunden angesagt. Nicht dem Blick ausweichen, auch das ist ein Anzeichen von Schwäche.

# Das Getränk

Wird Ihnen zu Beginn des Gesprächs ein Getränk angeboten, lehnen Sie es nicht ab. Das könnte als eine Zurückweisung aufgefasst werden. Mit einem Glas Wasser machen Sie nie etwas falsch, auch nicht mit einem Kaffee. Verzichten Sie aber auf Sonderwünsche. Das Getränk hat auch einen strategischen Vorteil: Wenn Sie eine kleine Denkpause benötigen, nippen sie am Glas oder an der Tasse, so kann eine kleine Pause geschickt überspielt werden.

# Die Sitzposition

Natürlichkeit ist Trumpf. Allerdings darf die Natürlichkeit nicht verwechselt werden mit Lümmeln. Lassen Sie sich bloß nicht breitbeinig in den Stuhl fallen. Sitzen Sie aufrecht, halten den Rücken gerade, aber auch nicht so, als ob Sie einen Besenstiel verschluckt hätten. Das wiederum wirkt unnatürlich. Stellen Sie die Beine parallel auf den Boden, Frauen dürfen Sie auch überschlagen. Beugen Sie den Körper leicht nach vorne, das signalisiert Entschlossenheit. Achten Sie beim Gespräch auf Ihre Hände. Ihr Gegenüber sollte sie immer sehen können. Das strahlt Offenheit aus. Mit geballten Fäusten oder verschränkten Armen – egal ob vor dem Körper oder hinter dem Kopf – und dem Einsatz des Zeigefingers erwecken Sie keinen guten Eindruck. Üben Sie das Sitzen. Beobachten Sie sich im Vorfeld, wie Sie entspannt sitzen, zum Beispiel am Esstisch, wenn Sie Familie und Freunden etwas erzählen. Apropos erzählen: Machen Sie Pausen, holen Sie Luft.

# Der Gesprächspartner

Beobachten Sie Ihr Gegenüber. Wie verhält er sich, welche Posen nimmt er ein, wie ist seine Mimik? Mit einer ähnlichen Gestik und Mimik signalisieren Sie, dass Sie auf einer Wellenlänge liegen. Aber hüten Sie sich davor, ihn nachzuäffen.

# Die Übersprunghandlung

Natürlich sind Sie nervös. Das ist vollkommen in Ordnung und Ihr Gegenüber darf das auch merken. Schließlich signalisiert das, wie wichtig Sie das Gespräch nehmen. Allerdings sollten Sie vermeiden, wie ein Nervenbündel zu wirken, das wiederum wirkt unsouverän. Fassen Sie sich nicht ständig ans Ohr oder ans Kinn, spielen nicht mit Ihren Haaren oder drehen am Ring. Das sieht sehr unsicher aus. Achten Sie auf Ihre Übersprunghandlungen, reduzieren Sie sie, sofern das möglich ist. Oder verlagern Sie sie in einen Bereich, der nicht so offensichtlich ist, wie das Gesicht.