BewerbungDas stört Jobsuchende am meisten

Online-Bewerbungen sind heute fast schon Standard
Online-Bewerbungen sind heute fast schon StandardStartupStockPhotos from Pixabay

Wer nicht täglich von einem Headhunter kontaktiert wird und in Sachen Jobs die Qual der Wahl hat, fühlt sich in Bewerbungsverfahren schnell auf der Seite des Schwächeren. Auf das lange Warten auf eine erste Rückmeldung folgt langes Warten auf eine Einladung zum Gespräch, an das sich langes Warten auf ein Feedback anschließt. Und das gilt oft selbst dann, wenn am Ende des Prozederes die Jobzusage steht.

Der Zeitmarathon ist derweil nicht das Einzige, was Jobsuchende stört, wie eine Studie der Jobplattform Stepstone ergab, für die 28.000 Menschen zum Thema Jobsuche und Bewerbung befragt wurden. Diese vier Punkte wurden genannt.

#1 Unklares Jobprofil in der Stellenanzeige

Viele Unternehmen wollen gern alles von den Bewerbern wissen, verraten aber selbst nicht viel von sich. Das fängt schon bei den Stellenanzeigen an. Die sind oftmals sehr allgemein gehalten und listen lediglich in aller Kürze Tätigkeiten und Anforderungen auf. Seit langem zeigen indes der Trend zu New Work sowie zahlreiche Experimente von Start-ups, dass neue und kreative Arbeitsmodelle vor allem für junge Menschen eines der wichtigsten Kriterien sind, sich bei einem Unternehmen zu bewerben. Laut Stepstone-Studie interessieren sich Jobsuchende sehr für Arbeitszeiten (63 Prozent) sowie für Regelungen zu Homeoffice und flexiblen Arbeitsmodellen (48 Prozent).

#2 Keine Informationen zum Gehalt

Fast jeder hat schon mal ein komplettes Bewerbungsprozedere durchlaufen und gedacht: Das passt. Bis am Ende die Frage des Gehalts auf den Tisch kam – und alles, was zuvor ausgetauscht worden war, quasi keine Bedeutung mehr hatte, weil die Vergütung vorn und hinten nicht stimmte. Wohl auch um solche Situationen zu vermeiden, wünschen sich drei von vier Befragten bereits in Stellenausschreibungen Informationen zum Gehalt. 96 Prozent sagen sogar: Werde eine solche Angabe in einer Anzeige gemacht, steige die Wahrscheinlichkeit, sich zu bewerben. 89 Prozent bevorzugen detaillierte Gehaltsspannen (89 Prozent) oder die Nennung eines Durchschnittsgehalts (82 Prozent). Schließlich wird auch von ihnen meist bereits im Anschreiben eine solche Hausnummer verlangt.

#3 Kompliziertes Bewerbungsverfahren

Spätestens seit es Apps gibt, in denen man sich im Tinder-Stil zum Traumjob wischen kann, sollte der Bewerbungsprozess einfach und schnell zu erledigen sein – ohne dass ein halbes Dutzend Unterlagen komprimiert und hochgeladen werden müssen. Vor allem, wenn man sich aus einem festen Job heraus bewirbt, kann die Zeit dafür knapp sein. Je einfacher der Bewerbungsprozess gewesen sei, desto größer sei später auch die Chance, die Stelle anzutreten, sagen 86 Prozent der Befragten. Mehr als ein Drittel vergibt indes für Aufwand und Nutzerfreundlichkeit nur die Schulnote drei. 72 Prozent der Befragten checken Stellenanzeigen auf ihrem Smartphone und erwarten, dass der Bewerbungsaufwand gering ist. Die Regel, jedes Anschreiben individuell zu gestalten, stößt auf Ablehnung: Drei Viertel gaben an, es sei ihnen wichtiger, sich schnell und einfach bewerben zu können, als alle Unterlagen immer neu erstellen zu müssen. Laut Stepstone-Fachleuten halten viele Arbeitgeber den Lebenslauf ohnehin für entscheidender.

#4 Keine Rückmeldung

Vermutlich am nervigsten ist die Ungewissheit, die auf das Versenden der Bewerbung samt aller gewünschten Dokumente folgt. Monatelanges Warten ist nicht ungewöhnlich. Und manchmal hört man vom Unternehmen auch nie wieder was. Fast 60 Prozent empfinden dies als besonders frustrierend. Sie würden sich wünschen, von Anfang an zu wissen, wie viele Runden das Auswahlverfahren habe, und wie die zeitliche Planung der Firma mit Blick auf eine Entscheidung sei. Entsprechend vergibt ein Viertel der Befragten nur die Schulnote vier dafür, wie transparent Unternehmen mit Details zum Bewerbungsprozess umgehen.

 


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