JobzufriedenheitDas sind die häufigsten Ursachen für Jobfrust

Frust im Job_Arbeitsfrust
Eine Studie zeigt, was uns täglich in den Arbeitswahnsinn treibt.Pexels

Wer einen neuen Job antritt, hat meist große Ambitionen. Man gibt sein Bestes für den Erfolg des Unternehmens und die Entfaltung des eigenen Potenzials. Häufig lassen Freude, Eigenmotivation und Eifer bei der Arbeit jedoch mit der Zeit nach. Dann leisten Kolleginnen und Kollegen zwar noch Dienst nach Vorschrift, innerlich ist die Kündigung jedoch längst erfolgt. Unzufriedene Mitarbeiter oder ungewollte Kündigungen können unter Umständen auch für Unternehmen eine hohe Belastung darstellen. Doch was muss sich ändern, damit die eigenen Mitarbeiter nicht in den Arbeitsfrust abgleiten?

Der Wirtschaftspsychologe Nico Rose hat für die Studie „Arbeit besser machen“ Daten von mehr als 900 Personen aus verschiedenen Branchen und Funktionen erhoben, um herauszufinden, welche Faktoren den deutschen Arbeitnehmern regelmäßig ihre Arbeitsfreude rauben und allgemeinen Frust im Job fördern. Rund 50 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein abgeschlossenes Studium, weitere 30 Prozent können eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Demnach ist die Studie vor allem für das deutsche Management repräsentativ. Unter den Top 5 sind gleich drei Faktoren, die sich rund um das Thema Führungsqualität drehen:

#1 Mangel an Ressourcen

Ein regelmäßiger Ressourcenmangel wirkt sich negativ auf die Arbeitssituation aus. Denn sowohl ein zu geringes Budget als auch Mitarbeiter-Engpässe können die Konkurrenzfähigkeit und Konflikthäufigkeit im Unternehmen steigern. Stattdessen sollten wachstumsorientierte Unternehmen einen leichten Überhang an finanziellen sowie personellen Ressourcen zur Verfügung stellen, um Kapazitäten für außerplanmäßige Aufgaben oder besondere Herausforderungen einzuplanen, rät Rose.

#2 Fehlende Karriereoptionen

Die persönliche Weiterentwicklung ist ein wichtiger Motivationsfaktor. Mangelt es jedoch an attraktiven Karriereperspektiven im Job, kann sich das unmittelbar auf die Wechselbereitschaft der Mitarbeiter auswirken. Denn wer das eigene Potenzial in der aktuellen Position nicht entfalten kann, orientiert sich lieber neu.

#3 Wenig Vertrauen ins Top-Management

Vertrauen und Rückhalt sind unerlässliche Faktoren für eine gesunde Unternehmenskultur. Wer erfolgreich zusammenarbeiten will, muss einander vertrauen können. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Zu wenig oder kein Vertrauen in die Führungsriege kann im Umkehrsschuluss für Unsicherheit bei den Mitarbeitern sorgen. Eine mögliche Lösung, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu fördern, ist es, als Führungskraft Aufgaben nicht einfach nur zu delegieren, sondern mit den To-Dos auch die Kontrolle zu übergeben. Denn Kontrollabgabe bedeutet auch Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter.

#4 Kaum kritisches Feedback

„Feedback hilft uns in einer sozialen Umwelt zu orientieren“, so Rose. Regelmäßige Feedbackprozesse begünstigen den Austausch und die interhierarchische Zusammenarbeit. Konstruktiv-kritisches Feedback steigert zudem auch die Lernchancen der Mitarbeiter. Dabei sollten Führungskräfte in der Lage sein, die Leistung unabhängig von der Person zu bewerten. Regelmäßiges Feedback erleichtert zudem die Kommunikation und baut weniger Druck auf als ein einmaliges Gespräch am Jahresende.

#5 Kaum positives Feedback

Wenn sich Mitarbeiter nicht wertgeschätzt fühlen, leidet die Motivation spürbar. Positives Feedback hingegen spornt an. Das kann sowohl in Form von Lob, das sich auf eine konkrete Leistung bezieht, aber auch als generelle Wertschätzung des alltäglichen Arbeitseinsatzes oder der Person selbst geäußert werden.