Gastbeitrag„Book Smarts“ oder „Street Smarts“: Wer macht das Rennen?

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Die High Potentials der Zukunft: Street Smart und T-Shaped

Book Smarts, Stubenökonomen nennt man sie auch, agieren in einer abgeschotteten Welt. Sie analysieren und analysieren. Und das dauert und dauert. So verplempern sie wertvolle Zeit, die in Zukunft niemand mehr hat. Außerdem hocken sie auf Know-how, das in der Next Economy kaum noch was wert ist. Zu schnelllebig sind die benötigten Expertisen. Niemand ist heute mehr „aus“gebildet. Wenn Wissen schneller veraltet als jemals zuvor, dann ist Vorratslernen nur noch marginal sinnvoll.

Die Herangehensweise ans Lernen ändert sich demzufolge gerade fundamental. Selbstbefähigung und permanenter Entwicklungswille sind nun ein Muss, sowohl in Bezug auf fachliche Tiefe als auch breit angelegt und vernetzt. „T-shaped“ werden solche Personen genannt. Sie vereinen in sich, symbolisiert durch das T, Fähigkeiten von Spezialisten und von Generalisten. Wer sein Qualifizierungsniveau nicht ständig durch eigenem Antrieb erhöht, entsorgt sich in Zukunft selbst.

Den Street Smarts kann das nicht passieren. Werden Informationen benötigt, um an ein neues Thema heranzugehen, dann warten sie nicht bis zum nächsten Lehrgang. Sie starten flugs eine Online-Recherche. „Youtube das mal!“ ist heute ein gängiger Spruch – und symptomatisch für neue Formen der Selbstlernkompetenz. Wer sich ständig weiterentwickelt, offen ist und mutig Neues implementiert, der macht das Rennen.

 


Anne M. Schüller ist Managementdenkerin, Vortragsrednerin, Buchautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin ist Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Mehr unter anneschueller.de