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Beste Arbeitgeber Bahlsen – eine Keksdynastie im Umbruch

Das wohl berühmteste Produkt der Firma Bahlsen: Der Leibniz Butterkeks
Das wohl berühmteste Produkt der Firma Bahlsen: Der Leibniz Butterkeks
© IMAGO/Manfred Segerer
Was denken Sie über Ihr Unternehmen? Auf der Suche nach den „Attraktivsten Arbeitgebern der Stadt“ hat Statista bei Tausenden Beschäftigten nachgefragt: Wer bietet gute Karrierechancen? Wer setzt auf Nachhaltigkeit und soziales Engagement? Und wem liegt das Wohl der Belegschaft am Herzen? Gemeinsam mit Capital wurden die diesjährigen Sieger gekürt. Einer von ihnen: Bahlsen

Wenn in Deutschland der Kaffee brüht, sind Bahlsen-Produkte nicht weit. Fast jeder Haushalt nutzt eines der knapp 5000 Produkte – ob klassische Leipniz-Butterkekse, Pick-Up-Riegel oder Zitronenkuchen. Bahlsen ist eine Institution des deutschen Nachmittags, und gleichzeitig extrem beliebt unter seinen Mitarbeitenden.

Gegründet wurde das Traditionsunternehmen 1889 von Hermann Bahlsen als Hannoversche Cakesfabrik. Am Anfang waren zehn Mitarbeitende dabei, die bereits zwei Jahre später den heutigen Bestseller Leipniz-Butterkeks erfanden. Während das Unternehmen im Ersten Weltkrieg noch zu kämpfen hatte, wurde es im Zweiten Weltkrieg zum „kriegswichtigen Betrieb“ ernannt. Das Unternehmen setzte ab 1940 auch Zwangsarbeiter ein, was Bahlsen heute noch angelastet wird.

In diesem Zuge sorgte auch die Unternehmenserbin Verena Bahlsen 2019 für Kritik, die der „Bild“-Zeitung zum Thema Zwangsarbeiter sagte: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt, wie die Deutschen und sie gut behandelt.“ Das wurde später mehrfach widerlegt. Doch Verena Bahlsen sorgt auch sonst für Zündstoff im Unternehmen, das schon in den 1990er Jahren tief zerstritten war. Die 28-Jährige „Chief Mission Officer“ will die Traditionsmarke radikal verjüngen, und spricht aus, was sie denkt. Vater und Verwaltungsratsvorsitzender Werner Bahlsen hat inzwischen ausgeschlossen, dass sie ins obere Management aufrückt. Der Konflikt schwelt aber im Unternehmen, das erst Anfang des Jahres den ersten familienfremden CEO Phil Rumbol vor die Tür setzte – und das nach nur zwei Jahren.

Produkte bleiben beliebt

Den Konsumentinnen und Konsumenten sind solche Entwicklungen aber weitestgehend egal. Sie lieben die Kekse und Kuchen der Hannoveraner. Auch die knapp 3000 Mitarbeitenden gehen offensichtlich gerne zur Arbeit, wie die Auswertung von Statista und Capital zeigt. Geschätzt werden vor allem die gute und pünktliche Bezahlung, flexible Arbeitsmodelle und betriebliche Altersvorsorge. 

Das Ranking „Attraktivste Arbeitgeber der Stadt“ beruht auf einer Umfrage von 500 Arbeitgebern aus 25 Städten. Rund 13.300 Arbeitnehmer, die entweder in den Städten oder in einem Umkreis von 25 Kilometern wohnen, hat Statista im März und April 2022 zu diesem Zweck befragt. Die Teilnehmer bewerteten dabei nicht nur ihr eigenes Unternehmen, sondern konnten auch Feedback zu anderen lokalen Firmen abgeben. Die Befragten beurteilten auch, ob sich Unternehmen am Standort wirtschaftlich und sozial engagieren – und ob sie gegenüber der Belegschaft und Geschäftspartnern sozial verantwortlich handeln. Die kompletten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.


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