Karriere5 Argumente, die für einen Jobwechsel sprechen

Und tschüs! Ein Jobwechsel kann sich als Befreiung erweisen
Und tschüs! Ein Jobwechsel kann sich als Befreiung erweisenrawpixel auf Pixabay

Ein Jobwechsel galt einst als persönliche Niederlage. Der Betroffene war an seiner alten Arbeitsstelle eindeutig gescheitert und musste sich im Büßergewand um neues berufliches Obdach bewerben. Diese Zeiten sind vorbei. Selbiges gilt für einen kompletten Berufsweg bei ein und derselben Firma. Dieser Traum von der persönlichen Vollbeschäftigung ist in turbulenten wirtschaftlichen Zeiten meist eher Wunschdenken. Das kann sich aber als Vorteil herausstellen.

Betriebszughörigkeit am Karriereanfang sinkt

Ein Blick auf die Statistik zeigt zwar: Die Dauer der Betriebszugehörigkeit ist hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten sogar leicht gestiegen. Laut „Spiegel“ blieben Arbeitnehmer 2014 durchschnittlich 10,9 Jahre im Unternehmen. 1985 lag der Wert den Angaben zufolge in Westdeutschland bei 10,1 Jahren. Allerdings schwanken die Zahlen von Branche zu Branche erheblich. Und bei Berufsanfängern zeigt sich ein anderer Trend. Arbeitnehmer im Alter zwischen 15 und 30 Jahren blieben laut „Spiegel“ Mitte der 70er-Jahre durchschnittlich 834 Tage beim selben Betrieb. 2009 waren es nur noch 652 Tage (minus 22 Prozent).

Oft fallen diese Wechsel nicht zugunsten der Arbeitnehmer aus. Befristete Verträge und ungünstige Arbeitsbedingungen tragen zu dieser Statistik bei. Womöglich sind Berufseinsteiger aber auch immer weniger gewillt, in einem nicht optimalen Jobumfeld auszuharren. Viele Berufstätige verstehen sich heutzutage weniger als passiv Angestellte, denn als Ich-AG. Da kann selbst eine Festanstellung als vorübergehende Station einer sich ständig entwickelnden Karriere betrachtet werden.

Fünf Argumente für einen häufigeren Jobwechsel:

#1 Trott entkommen

Routine ist eine gute Sache. Sie sollte aber Hilfsmittel und nicht Alleinstellungsmerkmal sein. Bietet der Job keine neuen Herausforderungen und Anregungen, sinken automatisch Freude und Zufriedenheit. Herausforderung kann dabei auch bedeuten, dass im Grunde alltägliche Aufgaben immer wieder neu gemeistert werden müssen. Versinkt der Arbeitstag aber im dumpfen Trott, ist ein Jobwechsel angezeigt.

#2 Neue Perspektiven

Bei jedem neuen Job gibt es etwas zu lernen. Selbst die im Grunde exakt selbe Stelle in einem anderen Betrieb wird viele frische Erfahrungen mit sich bringen. Große Firma oder familiäres Start-up, Festanstellung oder selbstständig: Neue Perspektiven sind immer ein Gewinn.

#3 Neustart

Es ist nur menschlich: Kollegen bilden sich eine Meinung über Sie, Sie selbst projizieren im Büro vielleicht ein Image, das nicht unbedingt zu 100 Prozent mit ihrem Wesen übereinstimmt. Eine neue Stelle schafft Tabula rasa. Das kann besonders dann wertvoll sein, wenn Sie sich während der Zeit im alten Job persönlich oder fachlich sehr weiterentwickelt haben. In der neuen Firma sind Sie dann vielleicht nicht mehr die ehemalige Werkstudentin, sondern die hoch qualifizierte Fachkraft.

#4 Bilanz ziehen

Egal, ob Sie sich auf eine neue Stelle bewerben oder diese Ihnen zugetragen wurde: Ein Jobwechsel sollte immer von einer persönlichen Zwischenbilanz begleitet werden. Was können Sie, wo hapert es, was wollen Sie lernen? Womöglich stellen Sie sogar fest, dass Ihre bisherige Jobbeschreibung Ihr aktuelles Tätigkeitsfeld gar nicht mehr adäquat beschreibt. Diese Selbstreflexion ist natürlich auch unabhängig vom Jobwechsel von großem Vorteil, geht aber meist im Alltag unter.

#5 Über den Tellerrand blicken

Eine Firma ist ein Mikrokosmos, der nicht immer mit den Anforderungen seiner Branche Schritt hält. Das fällt den Betroffenen häufig aber erst auf, wenn das Unternehmen in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Ein Jobwechsel oder selbst nur das unverbindliche Umschauen nach passenden Stellen kann helfen, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben. Welche Art von Stellen werden häufig ausgeschrieben, was für Qualifikationen werden von Bewerbern verlangt und welche Jobprofile kommen gar nicht mehr vor? Bereits ein wacher Blick auf den Arbeitsmarkt ist hilfreich, um im Ernstfall auf einen (erzwungenen) Jobwechsel vorbereitet zu sein.